Wird dann der zur Einsamkeit verurthcilte Geistlichebesser sey», wenn er sein Herz den Annehmlichkeitenalles Umganges und aller Gefühle kr.lt verschließt,bloß zu Hause seinem ernste» Berufe sich weihend?"
Antwort. Hier, däuchts mich, kommt es daraufan, wie wir uns einen Land-Geistlichen denkenwollen: enrweder als einen für die Religion undKirche Gottes, für das Wohl der Menschheit undseine besondere Gemeinde, und für sein ganzes See-lenheil gleichgültigen Mann, ohne Kinderliebe, denLandmann verachtend, ohne Geschmack für die Wis-senschaften, für die schönen Künste, für das Landle-ben , mit einem Worte: einen AlltagS-Menschenaus dem großen Haufen, vielleicht gar — denndiese Erscheinung ist kein Meteor — einen nichtlange vorher burschikosen Renommisten: oder abereinen Mann, wie ich § VU und XIX geschilderthabe; wohin ich zurück zu sehen bitte. Dachte sichmein Anonymus einen von der ersten Art, so hater Recht; dachte er sich einen nach meiner Schil-derung ,, so würde er fühlen, daß er Unrecht habe.
Der Anonymus wird mir sagen: du denkst dirden Geistlichen, wie er seyn soll, und schwebst inIdealen herum; ich aber fasse ihn in der Wirklich-ljchkcit auf, und nehme die Menschen wie sie sind.>— Antwort: ja! ich denke mir den Geistliche», wieer seyn soll, weil er so seyn kann.