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auf Empfindung des Guten ( meinetwegen heiße maneS moralisches Gefühl, oder wie man will)beruhet, als auf Grundsätzen und deutlichen Be-griffen; Bepspiele solcher Theile der Moral sind dieBilligkeit, unterschieden von der strengen Gerechtig-keit, das Schickliche, das Humane, daS Kindliche,das Sittsame, daS Schamhaftige, die Demuth,die Großmuth, der Edelsinn, der Geschmack anGott und göttlichen Dingen: so scheint mirdasselbe auch das Gefühl für dasGroße, daS in frey gemehlter undrein b e w a h r t er I u n g f r a u s ch a ft liegt,verloren zu haben, und noch immermehr zu verlieren.
§ IX. Das nenne ich , mehr denn heidnischeVersunkenheit." — Daß dieser Ausdruck nicht zuhart sey, will ich durch einen Vernunftschluß be-weisen. Der heißt so:
Wenn wir bey heidnischen Völkern finden, daßdieselben, ungeachtet des göttlichen Lichtes desEvangeliums beraubt, und in moralischer Hinsichtschrecklich verdorben, dennoch dem sittlichen Gefühleund der praktischen Vernunft gehorchend, Sinn undAchtung für reine Enthaltsamkeit behalten und anden Tag gelegt haben: so muß man Christen, Chri-sten! — welche Sinn und Achtung für jene von
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