Händen erheben, mit seinem reinen Munde genie-ßen sehen! Da, meine Leser, da muß man esempfinden, welche Würde die Jungfrau-schaft dem Priester giebt!!
§ V1H. Leser! ich mußte die Art undWeise, wie mein Geistlicher seinen Stand «»ge-treten , dann sein Inneres und Aeußeres, etwasgenauer beschreiben, damit ich Euer Ge-fühl in Anspruch nehmen, und Euchauffordern könnte, nach angcstellter Vergleichungdieser zwey Brüder, ein Urlheil ausznsprechen,welcher von beyden in Hinsicht der Geistes - Große,des Edelsinnes, und der Reinheit der Seele unddes Leibes, den Vorzug, und mit diesem unseregrößere Hochachtung verdiene.
Und wenn Ihr dann, ohne mehr denn heid-nische Versunkenheit nicht umhin könnet, demPriester den Vorzug zuzusprechen, so müßtIhr zuerst folgerecht meinen Satz § VI. «.) unter-schreiben: die Enthaltung vom Ehe-
stände ist der Würde des Geistli-chen w e i t a n g e m e ss e n e r als der Ehe-stand. Dann aber, wenn Ihr einen philosophi-schen Seitenblick auf unser Zeitalter werfen wollet,müsset Ihr bekennen, daß, sowie dasselbe impraktischen Leben ganze Thcile der Moral verlorenzu haben scheint; jene Thule, deren Lehre mehr