den und zugleich uns der gewöhnlichenErfahrung als zuträglich oder schädlich für dieGesundheit erkennen, das können wir für eine all-gemeine Regel annehmen.
2. Wie es aber heißt: keine Regel sey ohneAusnahme (welches so wahr ist, daß dieser Satzselbst wieder Ausnahmen hat), so habe» die ebenjetzt gemcldtcn allgemeinen Regeln doch ihre Aus-nahmen, und wohl viele. Denn Ausnahmen machenerstens die eigentliche, oft unerklärbare, Beschaffen-heit manches Menschen (Idiosynkrasie) ; dann dielange Angewöhnung; dann der Uebergang in einhöheres Alter; dann Veränderung der Lebensart;dann das Eigenthumliche unsers Wohnortes; danndie Veränderung der Klimate, z. B. bey einem weitReisenden; dann die durch atmosphärische Ursachenveränderte Beschaffenheit unserer Speisen und Ge-tränke aus dem Pflanzen- und Thierreiche, und siebenund siebenzig andere Dinge. Was ist da zu rathcn?Da gilt nur der weise Rath des SokrateS. Mansehe meine drey Sendschreiben an akademische Freun-de , S. 3y oben. Oder Zbenoph. Denkwürdigkeit.IV B. 7. Kap. N- 6.
3. Beobachten wir, daß einzelne, oder auchviele Menschen, vielleicht ganze Völker, einer odermehreren diätischen Regeln zuwider gehandelt, unddennoch ein hohes Alter erreicht haben, so geben