XVIII
Herren unscrs Eigenthums sind, da wir jaselbst mit allem, was wir sind und haben,da die Erde, da die ganze Schöpfung Got-tes Eigenthum ist? der was Er uns auchimmer gnädig verleihet, aus seiner höchstenHerrschaft über alle Dinge nicht das mindesteveräußern kann? Woraus denn folgt, daßalle Güter, die wir au Leib und Seele, nachunserm äußern und innern Zustande, besitzen,nur gnädige, unter der Bedingung eines Ihmwohlgefälligen Gebrauches gegebene Darlehenvon Gott sind, die Er mit allem Rechte zurücknehmen kann, wann cs Ihm gefällt? überderen guten oder üblen Gebrauch wir Ihm zurstrengsten Rechenschaft verbunden sind?
Bedenken wir nun, theure Leser, daß deriu unserm Innersten lebende, so schrecklich schwerzu besiegende Erbfeind unserer Heiligung und Se-ligkeit, die Eigenliebe, uns alle Augenblickeverleitet, bald aus Hoffart und Eitelkeit,bald aus bloßer Begierde zu besitzen (kakonäi, Augenlu st), bald aus ungeordneterSinnenlust, von unserm Hab und Gute einenandern Gebrauch zu machen, als wodurch