73
Denn Fieber ist ein unzertrennlicher Ge-fährte schwerer Verwundungen, und geselltsich so gewiß hinzu, daß Aug. Gottl.Richter, einer der berühmtesten Lehrer derWundarzneykunst, sagt: Gemeiniglich schonden ersten Abend nach der Verwundungerscheint ein Fieberanfall und mit demselbenSchmerz und Entzündung der Wunde.Den zweiten Abend kömmt derselbe heftigerwieder und während demselben nimmt dieEntzündung zu; den dritten, zuweilen denvierten Tag ist der Fieberanfall am heftig-sten und während demselben erreicht dieEntzündung den heftigsten Grad. Vondieser Zeit an nimmt die Entzündung ab,die Wunde wird allmählig feucht, und dieEiterung entsteht. So wie die Entzündungabnimmt, nimmt die Eiterung zu, und wennjene gänzlich beendigt ist, ist diese am häu-figsten ").
In Beziehung der Heilung der Lungen-wunden lehrt derselbe Richter; nachdemer die chirurgischen HeilungSmaaßregeln be-schrieben hat. "Es versteht sich, daß sichder Kranke übrigens äußerst ruhig verhalten,nicht sprechen, alle Veranlassungen zu star-ken Inspirationen und Exspirationen sorgfäl-
m) Wundarzneykunst. 1. Bd. tz. 267. S. 150.