höchst künstlich angelegt und besorgt würde.Wer diese Möglichkeit der Heilung indessenbey dem Gekreuzigten behauptet, vergesse janicht alle Umstände, welche ihn umgaben,reiflich zu erwägen. Welcher verständige underfahrene Arzt wird es im Ernste glauben,daß diese Durchbohrung an einem an Geistund Körper äußerst gemarterten, verblute-ten, mit fünf der schwersten Wunden be-hafteten Manne, mit einer plumpen, breitenund dicken Lanze, von einem rohen Kriegerin der Absicht unternommen, um den erstenQuell des Lebens zu zerstören, diesem zumTode Verdammten ein Rettungsmittel desLebens geworden märe! und dies in Palä-stina, wo zu Jesus Zeiten alle Zweige derHeilkunde in der Nacht der größten Bar-barey vergraben lagen I.
Eingeräumt, daß der besagte Lanzenstichweder den Herzbeutel, noch das Herz getrof-fen , so ist cs keinem Zweifel unterworfen,daß er in die Brusthöhle drang. Das ausder Wunde geflossene Wasser beweiset dieszuverlässig. Denn aus dem Zellengewebe,was zwischen der äußern Haut und demBrustfelle ist, konnte dies Wasser unmög-
r) Spreng els pragmatische Geschichte derArzneykunve. 2- Bd.' S. 170. Halle. 1800.