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gen, erst den Grund, oder Ungrund der Unfehl-barkeit untersuchen? Vielleicht mit der Authori-tat der Kirche zugleich das Tridentinum, alleältere Concilien umstoßen? Alle Keßereyen wie-der einführen? Auf alle diese Einwürfe mag ichhier nicht antworten. Man befürchtet oft ohneNoth schlimme Folgen. Und wenn diese Folgenalle gegründet wären, müßte man denn, diesenauszuweichen, doch noch die Unfehlbarkeit derKirche lehren, wenn sie sonst keinen Grund hät-te? Die Wahrheitsliebe gestattet nicht, einemerkannten Irrthume anzuhängen, und wenn mangleich die ganze Welt damit retten könnte. Ichsage nicht, daß der Glauben an die Unfehlbar-keit ein Irrthum sey. Ich sage nicht, daß mandie obigen Folgen für gleichgültig ansehen soll.Ich rede hier nicht als Dogmatiker. Nur sageich, daß die Vereinigung der Kirchen so einwichtiges Gut sey, daß uns auch die fürchter-lichsten Aussichten nicht hindern sollen, an ihrzu arbeiten, so lange auch nur in der Ferne diegeringste Hoffnung sie erst nach tausend Jahrenzu bewirken anscheinet. Alle Bemühungen fürsie sind lobenswürdig, menschenfreundlich, christ-lich. Wir sind sehr zu bedauern, wenn wirfruchtlos arbeiten. Aber man muß uns dochnicht gleich alle Hoffnung eines guten Erfolgesabsprechen, und aus einer vorgefaßten Meynungfür die Wahrheit seiner, und die Jrrgläubigkeitder andern Kirche die Feder niederlegen heißen.
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10. Die