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Critischer Entwurf einer auserlesenen Bibliothek für den Liebhaber der Philosophie und schönen Wissenschaften : in einigen Sendschreiben an einen Freund
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Sechstes Sendschreiben

ich hier den Werth der unvergleichlichen Mosheimi-schen Reden vcrtheydigen wollte. Das ist meine Ab'stcht gar nicht, weil sie ohne Streit sehr überflüßigscyn würde. Die trockenen und abstrakten Gei-ster, welche glauben, cs könne kein gründlicher Be-weis seyn,dcr sich nicht mit den bezaubernden Buch-staben L. O. schlichst, und alle die, welche aus ^gewissen unadlcn Trieben, ohne Kenntnis derSache, dieputiren, sind zwar leicht zu wider-legen ; aber sie sind schwer zum Bekenntnis undzur Ablegung ihrer falschen Mcynung zu drin-gen. Die Reden dieses grossen Mannes, dievon so vielen unglücklich nachgeahmct worden, jdenen so wenige ähnlich sind, und noch nichts ^gleich gekommen ist, brauchen nur aufmerksame undzärtliche Leser, um siel, in einer ewigen Verehrungzu erhalten. Jerusalems geistliche Reden * ) müs-sen gleich unmittelbar auf die Mosheimischenfolgen, und cs ist hier kein Zwischenraum für«inen andern Redner möglich. Sie haben sichein besonderes Lob der Gründlichkeit erworben,welche die vernünftigsten und dauerhaftesten Ge-müthsbewegungen Hervorbringen kann, je mehrste den Verstand überzeugt und das Erkennt-nis lebendig macht: Alle Gedanken hängen wie

an

*) Der zweyw Theii derselben, auf den die Weltschon lange gehoffct hat, wird nun bald, wie eSheißt, aus der Presse kommen.