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Critischer Entwurf einer auserlesenen Bibliothek für den Liebhaber der Philosophie und schönen Wissenschaften : in einigen Sendschreiben an einen Freund
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Sechstes Sendschreiben

sichern Unheil des Schmeichlers tragen, wer-den hier ausgeschlossen scyn! Ja das sind dieRedner nicht, bey welchen nur bloß der Körperihrem Daseyn Ehre macken muß, nicht die,welche bey einem schlechten Kerzen einen gleisten-den und verführerischen Witz haben, nicht die,welche mit schönen Ausdrücken und wohlgesetztenPerioden viel schlechte oder doch mittelmäßigeSachen sagen; das sind alle die Redner nicht,die ich hier meyne. Wann sie viel verlangen, sokann man sie nur für schöne Schwätzer halten, undmanche sind noch etwas ärgers: sie sind redende

öder schreibende Maschinen. Sollte denn wohljener finstere CririeuS, der gelernt hat, wieviclmahl es! im Cicero vorkömmt, der mit Fleißseine Aufsätze mit den ungewöhnlichsten und un-bekanntesten Redensarten ausfüllt, um nur ge-lehrt zu scheinen, der mit einem recht critischcnStolze behauptet, daß man außer der lateini-schen Sprache kein Redner scyn könne; sollteder wohl den Namen eines Redners verdienen?Eben so wenig, als der Reimschmied ein Poetheißen kann. Ich denke, die Ausdrücke sinddas Wenigste, was man vom Cicero zu lernenhat, und cs wird allemal wahr bleiben, daßsich die Beredsamkeit an keine gewisse Sprachebindet. Diese abergläubische und ttbclgcordncteVerehrung gegen den Cicero ist lächerlich, und

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