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Critischer Entwurf einer auserlesenen Bibliothek für den Liebhaber der Philosophie und schönen Wissenschaften : in einigen Sendschreiben an einen Freund
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i22 Fünftes Vendschr. von der Dichtkunst.

Beym Schluffe dieses Briefes habe ich Ih-nen nur noch zu sagen, mein Herr, daß Sic cini-ge cinzele Gedichte mit Vergnügen lesen werden,die ich oben nicht angezcigt habe, weil ich nicht wuß-te,in wclcheKlaffe ich sie am füglichsien stellen sollte;als den Frühling *) vom Hrn. von Kleist, die

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Sind Sie eln Liebhaber von lateinischen Gedichten ;so werden Sie den Bucbanan, Rapin, Lom-mire, Daniere und den Anri-Lucrez des Car.dinals von polignac schön finden. Ich weiß,Sie muthen wirs nicht zu, daß ich eine Sammlungvon <!>pcrn Vorschlägen soll: Wie kann man daetwas Gutes sammlcn, wo die ganze Erfindungnichts taugt ?

*) Er ist in diesem Jahre zu Zürch nebst einem kleinenAnhänge von andern Gedickten des Verfassers her-ausgekommen. Man kann nicht leugnen, das; in- dem Frühling viele schone Nachbildungen der Na-tur verkommen. Man hat ihn, wie viele andereStücke, mit lateinischen Lettern gedruckt. Die deut-schen Buchstaben, heißt es, erinnern uns immernoch an die gothischen Zeiten: Aber erinnern sichandere Völker Key ihren lateinischen Buchstabennicht an die Knechtschaft unter den Römern? Wel-ches Andenken ist angenehmer ? Die deutsche Spra-che ist eine eigene Sriginalsprache, und man kannihr also auch wohl ihre eigene Buchstaben lassen.