Druckschrift 
1 (1844) Gedichte
Entstehung
Seite
453
Einzelbild herunterladen
 

45 ,:;

Hell an scdcr Bctkorallc funkeltEine Thrcinc, hingcweint für dich;Allenthalben stiehlt mit leisem GangeZwischen Gott und mich dein Bild sich hin;Dich vernimmt in fcdem EhorgcsangcDas getäuschte Ohr der Schwärmcrinn.Wann vom Altar bis zum TempclbogenBlau die süße Wcihrauchwolkc schwebt,

Und sich, steigend mit den Orgclwogcu,Himmelan die fromme Seel' erhebt:

Dann zerstört aus Ein Mal der GedankenFlüchtigster an dich des Festes Glanz;

Alles sch' ich durcheinander wanken,

Priester, Kerze, Rauchfaß und Monstranz;Fühle tief in einem FeuermeereMeine Seele brennend untcrgehn,

Während dcß in Flammen die AltäreUnd umher die Engel zitternd stehn. - -

Jetzt, da ich der Neue Dolch empfinde,

Da aus mir die Tugend wieder weint,

Da ich betend mich im Staube winde,

Da mein Herz ein Gnadcnstrahl bcschcint,Jetzt komm an, dein Hcrrenrecht zu Pflegen!Schwinge deines Reizes Zaubcrstab!

Setze dich des Himmels Macht entgegen!Streit' ihm muthig deine Sclavinn ab!Komm! Ein süßer Blick von dir vernichteJeden Wunsch der Frömmigkeit in mir!

Tritt zu Boden meiner Buße Früchte!