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Weh mir! Welch cm Wechsel jener Scencn!
Was für Gräuel plötzlich mir so nah'! —
Horch des Hochgclicbten Todesstöhncn!
Nackt, gebunden, blutend liegt er da!
Ha, wo war ich mit der Rctterstimmc?
Mit der hohen dolchbewehrtcn Hand? —
Ach! ich hätte deS Verfolgers grimmeFrevelthat vielleicht noch abgcwandt.
„Halt', Barbar, mit der entblößten Schneide,Halt' mit dem verruchten Vorsatz ein!
Rügst du Schuld, so tragen wir sie Beide,
Beider müss' also die Strafe seyn!" —
Ach, ich kann nicht mehr! — Von Scham befangenUnd von Wuth, erstickt in mir das Wort.
Redet, Fluth der Augen, Gluth der Wangen,Redet ihr statt meiner Lippe fort! —
Kannst du, Theurer, kannst du ihn vergessen,Jenen feierlichen Trauertag,
Jenen Altar, zu den Füßen dessenJegliches von uns ein Opfer lag,
Jene Thräuen, da so hoch und theucrWarme Jugend sich der Welt entschwur,
Jenen Kuß, geweiht dem keuschen Schleier,
Aber ach! von kalter Lippe nur?
Rund umher erbebte Gottes Tempel;
Jede Kerze sank in Dämmerung;
Staunend sah der Himmel dies ErcmpclUnbegreiflicher Eroberung.
Als wir drauf zum Hochaltäre gingen,