Druckschrift 
1 (1844) Gedichte
Entstehung
Seite
271
Einzelbild herunterladen
 

271

Er stieß sie hinaus in der finstersten NachtBei eisigem Ncgcn und Winden.

Sie klimmt' am dornigen Felsen empor,

Und tappte sich fort, bis an Falkenstcins Thor,Dem Liebsten ihr Leid zu verkünden.

O weh mir, daß du mich zur Mutter gemacht,Bevor du mich machtest zum Weibe!

Sich her! Sieh her! Mit Jammer und HohnTrag' ich dafür nun den schmerzlichen LohnAn meinem zerschlagenen Leibe!"

Sie warf sich ihm bitterlich schluchzend an's Herz;Sie bat, sie beschwur ihn mit Zähren:

O mach' es nun gut, was du übel gemacht!

Bist du cs, der so mich in Schande gebracht,

So bring' auch mich wieder zu Ehren!"

Arm Närrchen, versetzt' er, das thut mir ja leid!Wir wollcn's am Alten schon rächen.

Erst gib dich zufrieden und harre bei mir!

Ich will dich schon hegen und pflegen allhicr.

Dann wollen wir'ö ferner besprechen."

Ach, hier ist kein Säumen, kein Pflegen, noch Nuhn!Das bringt mich nicht wieder zu Ehren.

Hast du einst treulich geschworen der Braut,

So laß auch an Gottes Altäre nun lautVor Priester und Zeugen cs hören!"