Druckschrift 
1 (1844) Gedichte
Entstehung
Seite
268
Einzelbild herunterladen
 

26 »

Da trieb cs der Junker von Falkcnstciu,

In Hüll' und in Füll' und in Freude.

Dem Jiingfcrchcn lacht' in die Augen das Schloß,Ihm lacht' in das Herzchen der Junker zu Noß,Im funkelnden Jägergeschmcide.

Er schrieb ihr ein Briefchen auf Scidcnpapicr,Umrändclt mit goldenen Kanten.

Er schickt' ihr sein Bilduiß, so lachend und hold,Versteckt in ein Herzchen von Perlen und Gold;Dabei war ein Ring mit Demanten.

Laß du sie nur reiten, und fahren, und gehn!Laß du sie sich werben zu Schanden!

Noscttchen, dir ist wohl was Bcsscrs beschert.

Ich achte des stattlichsten Ritters dich Werth,Beliehcn mit Leuten und Landen.

Ich Hab' ein gut Wörtchen zu kosen mit dir;

DaS muß ich dir heimlich vertrauen.

Draus hätt' ich gern heimlich erwünschten Bescheid.Lieb Mädel, um Mitternacht bin ich nicht weit;Seh wacker und laß dir nicht grauen!

Heut Mitternacht horch' aus den Wachtelgcsang,

Im Weizenfeld hinter dem Garten.

Ein Nachtigallmännchen wird locken die Braut,

Mit lieblichem tief ausflvtendcn Laut;

Scy wacker und laß mich nicht warten!"