Druckschrift 
1 (1844) Gedichte
Entstehung
Seite
145
Einzelbild herunterladen
 

!45

Halloh! Wach' auf, du Fürst von Burgund!Dem Königsgeschmcidc besudelt ein Hund;Blandinen, dein gleißendes Töchtcrlein, schwächt,Zur Stunde setzt schwächt sie ein schändlicher Knecht."

Das krachte dem Alten in's dumpfe Gehör.

Er liebte die einzige Tochter so sehr.

Er schätzte sie höher, als Zepter und Krön',

Und höher, als seinen hellstrahlenden Thron.

Wild raffte der Fürst von Burgund sich empor:Das leugst du, Verräther, das leugst du mir vor!Dein Blut mir's entgelte! das trinke Burgund!Wofern mich belogen dein giftiger Mund."

Hier stell' ich, o Alter, zum Pfände mich dar.Auf! eile! so sindct's dein Auge noch wahr.

Mein Blut dir'S entgelte! das trinke Burgund!Wofern dich belogen mein redlicher Mund."

Da rannte der Alte mit blinkendem Dolch.

Ihm nach kroch der verräthrischc Molch,

Und wies ihn, durch Dornen und Nessel und Stein,Stracks in den zertrümmerten Keller hinein.

Hier prangte vor Zeiten ein lustiges Schloß,

Das längst schon in Schutt und in Trümmer zerschoß.Noch wölbten sich Keller und Halle. Von vornVerbargen sie Nessel und Distel und Dorn.

lN