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1 (1844) Gedichte
Entstehung
Seite
142
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E

Da bot die Prinzcssinn ein Äpfelchen rarAus ihrem hcllsilbcrnen Körbchen ihm dar,

Ein Äpfelchen, rosicht und gülden und rund,

Dazu sprach ihr holdseliger Mund:

Nimm hin für die Mühe! Der Apfel ist dein!Das Leckere wuchs nicht für Prinzen allein.

Er ist ja so lieblich von außen zu sehn;

Will wünschen, was drin ist, sey zehnmal so schön."

Und als sich der Liebling gestohlen nach Haus,

Da zog er, o Wunder! ein Blättchen heraus.

Das Blättchen im Apfel saß heimlich und tief;Drauf stand gar traulich geschrieben ein Brief:

Du Schönster der Schönsten, von nah und von fern,Du Schönster, vor Fürsten und Grafen und Herrn,Der du trägst züchtiger höher Gemüth,

Als Fürsten und Grafen aus hohem Geblüt!

Dich Hab' ich vor Allen zum Liebsten erwählt;

Dich trag' ich im Herzen, das sehnend sich quält.Mich labet nicht Ruhe, mich labet nicht Rast,Bevor du gestaltet dies Sehnen mir hast.

Zur Mittcrnachtstundc laß Schlummer und Traum,Laß Bette, laß Kammer, und suche den Baum,Den Baum, der den Apfel der Liebe dir trug!Dein harret was Liebes; nun weißt du genug."