Noth gedrungene Epistel
des berühmten Schneiders
I o h n n ir e s S ch e r e
an seinen großgnnstigen Mäcen.
AlZie kümmerlich, trotz seiner Göttlichkeit,
Sich oft Genie hier unterm Monde nähre,Beweisen uns die Kepler, die Homere,
Und hundert große Geister jeder ZeitUnd jeder Erdenzone weit und breit:
Doch wahrlich nicht zu sonderlicher EhreDer undankbaren Menschlichkeit,
Die ihnen späte Dankaltäre
Und Opfer nach dem Tod' erst weiht.
Auch mir verlieh, durch Schere, Zwirn und Nadel,Minerva Kunst und nicht gemeinen Adel.
Allein der Lohn für meine TrefflichkeitIst Hungersnoth, ein Haderlumpcnkleid,
Ist oben ein der schwachen Seelen Tadel,
Und dann einmal, nach Ablauf dürrer Zeit,
Dcö Namens Ruhm und Ewigkeit-