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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Lorch.

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Er hört tief unten brausenDie Wisper zum wilden Rhein,

Hört Sturm in der Höhe sausenUnd hängt wie ein Aar im Gestein.

Und wie znKi schwarze FlügelUmstattert ihn sein Gewand,

Es flattert von Hügel zu Hügel,

Es wallt von Wand zu Wand.

Ha sieh! schon leuchten ihm Sterne,

Zwei Sterne wunderbar,

Und aus der duftigen FerneWeht goldnes Lockenhaar.

Und horch! jetzt tönen Lieder,

Jetzt stralts wie Himmelsglanz —

Vom Thurme beugt sich hernieder» Sein Lieb und hält den Kranz.

Ihr Vater ruft bezwungen:

„Willkommen, mein junger Held,

Du hast dir die Braut errungen,

Dem Kühnen gehört die Welt."

A v. Sto lterfoth.

92. Der blinde Schütz.

Keck raget Sooneck oben; drin zecht ein Ritterkreiß,

Sie trinken, singen, toben, sie pralen wirr und heiß:

Wer wohl beim Stechen, Schlagen, beim Reiten im Turnei,Wer wohl als Schütz beim Jagen der beste Ritter sei.

Da lallt der Burgherr trunken: „Ihr Herrn, ich seh kein HeilIn euerm eiteln Prunken; ich weiß den besten Pfeil.

Auf viel hundert Stunden war er der Jäger Schreck:

Ich Hab ihn überwunden den Schütz von Fürsteneck.

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