„Von solchen Eltern stammtest du,
Kein Pfalzgraf ward geboren,
Nun bringst du mir die Pfalzen zu,
Den du dir frei erkoren.
Und liebst du recht den Wittelsbach,
So schwindet bald dein Weh und Ach,Und Raum genug hat dieß GemachFür eine frohe Mutter."
K. S.
91. Der Ritter von Lorch.
„Hinauf trotz Furcht und Zagen,Hinauf mein starkes Ross,
Dort oben bei grünen AuenSteht meiner Liebsten Schloß.
Ich will in Wein dich baden,
Dich kämmen mit goldnem Kamm,
Und ewig mit Brot der GnadenDich füttern wie ein Lamm.
„Drum immer ohne Zagen,
Mein treues Ross, hinauf;
Hast oft mich zur Schlacht getragen,Zu Kampf und Siegeslauf.
Ich soll mir mein Lieb gewinnen,
So sprach ihres Vaters Mund,
Und ich will mir mein Lieb gewinnenOder stürzen in den Schlund.
So ruft der kühne ReiterUmstarrt von Tod und Grab —
Das Ross stürmt weiter und weiter,Der Ritter schaut nicht hinab.