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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Pfalz bei Kaub.

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Schön Agnes ist ein einzig Kind,

Man weiß, wie die zu hüten sind:

Da baut' er dieses Schloß geschwindZu hüten deine Mutter.

„Er baut' es mitten in die FlutMit Thürmen und mit Zinnen;

Da hielt er sie in strenger HutVor aller Welfen Minnen.

Doch auf den Waßcrn Nächte lang,

Da seufzt' und fleht' es wie Gesang:Deine Mutter hörte gern den KlangUnd deiner Mutter Mutter.

„Die Alte sprach: „Ich weiß was frommt,Laß ihn ein Weilchen schmachten,

Doch wenn er mit dem Pfaffen kommt,Ist Welf nicht zu verachten.

Mich dünkt doch beßer Freund als Feind,Die Sonne Deutschlands Heller scheint,Wo Welf und Staufe sich vereint."

Dem folgte deine Mutter.

„Man ließ ihn mit dem Pfaffen ein,

Der gab sie bald zusammen,

Mit vollen Wogen gieng der Rhein,Doch kühlt' er nicht die Flammen.

Da ward die enge Kammer weit,

Die Sonne stralte Seligkeit,

Der Welfen und der Staufen StreitVersöhnte deine Mutter.

„Der Pfalzgraf und der Kaiser zwarErgrimmten erst, die Staufen,

Doch weil es nicht zu ändern war,

So ließen sie es laufen.

Der Kaiser sprach: „Sam mir der Bart!Das giebt Pfalzgrafen sonder Art:

Drum hütet fleißig und verwahrtAuf jener Pfalz die Mütter."