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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Rhense.

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77. Kaiser Wriyel.

„Was schiert mich Reich und KaiserprunkMit all den bösen Plagen,

Will mirHel beßer doch ein TrunkIn Ruhe hier behagen!"

So sprach der Kaiser WenzeslausUnd trank den vollen Humpen ausBeim Königsstuhl zu Rhense.

Drauf Kurfürst Ruprecht von der PfalzHub an: „Mein Herr und Kaiser,

Ihr sprecht anjetzt mit vielem SalzVom rothen Asmannshäuser.

Doch glaubt mirs, ich bericht euch recht:

Auch Bacharacher schmeckt nicht schlecht^

Beim Königsstuhl zu Rhense."

Und als der Kaiser Wenzel dasUnd all die Herrn vernommen,

Da ließen sie von dort ein FaßDes edeln Weines kommen;

Und setzten sich früh Tages dranUnd schenkten, ein und stießen anBeim Königsstuhl zu Rhense.

Der Kaiser sprach: „Der Wein schmeckt mir,Das sag ich ohn Bedenken;

Und wer des edeln Weines hierGenug mir wollte schenken,

Dem gab ich meine Krön zum Dank!"

Er sprach es, schwieg und trank und trankBeim Königsstuhl zu Rhense.

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