223
die Sicherheit des Landes, die Land - und Seemacht, der Handelund die Unterhandlung mit auswärtigen Mächten übergeben.Mitglieder dieses Rathes waren die Grafen von Dcnbigh, Mul-gravc, Pembroke, Salisbury, Lord Gray von Worke u. s. w.An dieser bedenklichen Neuerung hatten besonders noch AntheilCromwell, Jreton, Bradshaw und Marten. Da das Haupt desKönigs gefallen war, so konnten die Royalisten kein anderesSchicksal erwarten. Die, welche Carln wieder auf den Thronhaben bringen wollen, als Herzog von Hamilton, Graf Hollandund Lord Larel bluteten auf dem Schaffst. So verfuhren diesogenannten Heiligen, mit der Bibel in der Hand, bei Ein-führung dieses beglückenden Freistaates! — Dennoch klagte dasVolk über die Last der Abgaben, und in manchen Gegenden star--ben Leute am Hungertode. Als Gegner Cromwells schrieenvorzüglich die Levellers, daß er und seine Consorten unter demMantel des Patriotismus nur nach eigner Größe trachteten, unddaß der StaatSrath unumschränkter und drückender regiere, alsKönig Karl es sich se erlaubt habe. Auch unter dem Heere zeigtesich Unzufriedenheit und Mißmnth, dem aber Fairfar entgegenzu arbeiten suchte, und es kam sogar zu Meutereien. Dazu kamnoch, daß die Schotten den Königsmord mißbilligten, und denSohn des Hingerichteten Königs, den Prinzen Carl, der sichnach seines Vaters Tode nach den Generalstaaten in den Schutzseines Schwagers, des Prinzen Wilhelm von Oranien,begeben hatte, als König von Schottland, England und Irlandproklamirten. Da man fürchtete, daß Irland sehr leicht bei derdamaligen Lage für England verloren gehen könne, wo ebenfallsParteien gegen Parteien kämpften, wurde vom Parlament demCromwell die Würde eines Lord-Lieutenants von Irland über-tragen. Er bemeistcrte sich der Stadt Drogheda, wobei ein all-gemeines Gemetzel gegen die Royalisten während fünf Tagen an-geordnct oder zugegeben wurde, gegen tausend wehrlose Ein-wohner wurden in einer Kirche, wohin sie sich geflüchtet hatten,niedergemacht. Bei der Belagerung von Werford ereigneten sichähnliche Blutscenen. Bei dreihundert Frauen, die sich um eingroßes Kreuz gedrängt hatten, sielen als wehrlose Opfer unter