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herrschende englische Kirche zu zerstören. Wirklich wurde dasEpiScopat aufgehoben, und die Güter der Bischöfe an patrio-tische Geistliche verthcilt. Die Puritaner verbreiteten immermehr den Calvinismus, während Andersdenkende aufs härtesteverfolgt wurden, und dennoch schwebten immer aus ihren begei-sterten Lippen die süßklingenden Namen Toleranz und Ge-wissensfreiheit. DaS Kirchengebetbuch und die srüherhineingcsührte Liturgie wurde mit derselben Leichtigkeit abgeschafft,wie ehemals der Glauben der Väter. Auch den Erzbischof Lauderreichte sein Schicksal, er wurde mit nichtigen Gründen desHochverrats bezüchtigct und endlich hingerichtct (1645). Erstarb mit würdevoller Fassung. Er wurde besonders auch derHinneigung zum Papismus in der letztem Zeit beschuldigt, weiler einige Ceremonien der katholischen Kirche bcizubehalten suchte.Seine Feinde geben ihm jedoch das Zeugniß, daß er fromm, vontadellosen Sitten und gelehrt war, doch war er heftig, rachsüch-tig gegen seine Gegner und hartnäckig in seinen Meinungen.
§. 82.
Die bürgerlichen Unruhen hatten ihren Fortgang. In derSchlacht bei Naseby siegte Olivier Cromwell über dieRoyalisten (14. Juni 1645), wo auch bei hundert vornehmeFrauen ums Leben kamen. Die Artillerie, die Bagage und daskönigliche Archiv gieng verloren. Aus dem letztem suchte dasParlament die Falschheit des Königs und die Gerechtigkeit desKrieges nachzuweisen, Karl trug jedoch diesen Schlag mit selt-ner Seelengröße. Nun verfolgte ihn das Unglück. GeheimeUnterhandlungen mit den irländischen Katholiken würden entdeckt.Nun entfloh er nach Schottland. Die Parlamentirer wurdenimmer kühner, so daß ein Zeitgenosse bemerkt: „Weder derPapst noch der König waren je so begierig nach hie-rarchischer Herrschaft als die meisten Mitgliederdes Parlaments." Endlich wurde sogar der König unter derBedingung der Unverletzlichkeit seiner Person von den Schottenan das Parlament ausgeliefert und zu Holmby festgesetzt (3.Februar 1647).