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Geschichte von England
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Betragen der Stempel politischer Thorheit aufgedrückt, so daßder Herzog von Sully ihn den weisesten Narren vonEuropa, seine Schmeichler aber den brittischen Salomo nann-ten. Aus Gcmächlichkeitsliebe überließ er die Staatsgeschäfteseinen Günstlingen. Seine Doppelzüngigkeit und List verleitetenihn nicht selten, sein gegebenes Wort zu brechen, wenn es auchmit Schwüren begleitet war. Sein Leichtsinn stürzte ihn inSchulden, und Tisch - und Jagdfreuden liebte er leidenschaftlich.Er war beredt, aber im Ausdruck oft pedantisch, und oft erlaubteer sich ruchlose Anspielungen. Seine unzarte Sprache mit seinenGünstlingen verrietst eine geheime Sittenlostgkeit, und seine kör-perliche Schwäche verrietst eine vielleicht in seiner Jugend höchstnachtheilige Gewohnheit. Er war hingegen kein Bewundererweiblicher Schönheit. Neben mittelmäßiger Größe war er etwasfett. Seine Augen waren groß und beweglich, der Bart dünnund die Zunge dick, so daß er unanständig aß und trank. SeineHaut war fein, weil er sich nie wusch, sondern höchstens nur dieFingerspitzen benetzte. Seine Kleidung war weit und gegenDolchstiche gesichert. Neben seiner Gelehrsamkeit that er sich aufseine theologischen Kenntnisse viel zu gut, und die Theologie hielter für die erste Wissenschaft; aber selbst in seinen religiösenGrundsätzen war er schwankend. Auch der Zauberei war er er-geben, indem er das Wesen derselben untersuchte. Besondersglaubte er an das Dascyn von Heren, und es verging kaum einJahr, wo nicht eine solche vermeintliche Here hingcrichtct wurde.

Karl I.

1628 — 1649 .

§. 79 .

Karl bestieg, fünf und zwanzig Jahre alt, den Thron. Gleichseinem Vater schenkte er dem Buckingham volles Vertrauen,so daß der König durch denselben seine Braut, die Henriettevon Frankreich, nach England bringen ließ. Sie kam zu ei-ner unglückseligen Zeit dahin, denn cs wüthete damals in Eng-land eine fürchterliche Pest, so daß in London die wöchentlichen