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König das Cölibat zu einem der sechs Artikel zu erheben, obgleichMelanchthon, Freund Cranmers, den König von seiner Festig-keit in dieser Hinsicht abzubringen suchte. Der Erzbischof mußtesich also fügen, wenn er sich nicht der Todesstrafe aussetzen wollte.Er schickte also Gattin und Kinder nach Deutschland, die er frü-herhin hatte nach England kommen lassen, und bat den Königschriftlich um Verzeihung, weil er es gewagt habe, der MeinungSeiner Masestät zu widersprechen.
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Unterdeß erfreute ihn seine Gemahlin, Johanna Sey-mour, mit einem Prinzen, den nachmaligen Eduard VI.; sieselbst aber starb zwölf Tage nachher. Sein Schmerz über ihrenVerlust, wenn er anders noch eines solchen Gefühls fähig war,schien sich über die Geburt eines Prinzen zu verlieren. Cranmerschlug ihm Anna, die Schwester des regierenden Herzogs vonCleve, vor. Der Maler Hans Holbein hatte ihm von derneuen Braut ein freilich sehr geschmeicheltes Portrait überliefert.Er konnte sich, als er seine Braut sah, nicht wieder zurückziehen,und die Trauung gieng vor sich. Doch bald erwachte ein Wider-willen gegen dieselbe, da sie wenig gefällige Eigenschaften hatte,und er dachte wieder — an Scheidung. Als sie solches ver-nahm , sank sie ohnmächtig zu Boden. Doch endlich ließ sie sichüberreden, die Sache der Entscheidung des Clerus zu überlassen,und sich mit dem Titel einer Adoptivschwcster des Königs zubegnügen, und die Scheidung wurde vom Oberhause auf demGrunde anerkannt, weil dem König eine unrichtige Schilderungvon seiner Verlobten wäre gemacht worden, und er weder vornoch nach der Trauung in die Ehe gewilliget habe. Man ver-langte alsdann vom Unterhause eine Deputation, und die welt-lichen Lords begaben sich mit den Gemeinen in den Palast, undbaten den König nm die Erlaubnis, ihm eine sehr zarte und wich-tige Sache vorzutragen. Er gab ihnen Gehör und sagte: „dassey allerdings eine wichtige Sache; aber er könneden Ständen des Reiches nichts abschlagen; derClerus sey gelehrt und fromm, und werde gerecht