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Gehorsam gegen den König eingeprägt, und allen die Seligkeitabgesprochen, die sich nicht zu dieser Kirche bekannten. Der Könighob mehrere Feiertage auf, und ließ späterhin, trotz der Glaubens-artikel, gegen den Bilderdienst predigen. Sogleich wurde einCrucifir zum Fenertode des Franziskaners I)r. Forest, desBeichtvaters der verstorbenen Königin Katharina, verwendet.Er wurde angeklagt, daö Evangelium geläugnct und den Könignicht als Oberhaupt anerkannt zu haben. Der Unglückliche wurdemitten am Leibe aufgehängt und an einem langsamen, von demHolze des CrucifircS angezündeten Feuer verbrannt. Noch an-dere Crucistre, Reliquien und Bilder wurden zerstört. Dannließ der König durch eine Commission förmlich untersuchen underklären, daß Thomas Decket kein Heiliger, sondern ein Ver-räther und Rebell gewesen sey. Die an seinem Grabe nieder-gelcgtcn Schätze zog der König ein. Er erlaubte ferner denLaien, die Bibel zu lesen, dagegen aber wurde daö Lesen vonLuthers Schriften verboten. Einige, die dagegen handelten,wurden verbrannt. Auch Wiedertäufer, die in Englandlandeten, hatten gleiches Schicksal. Ja bei einem solchen Ketzer-proceß präsidirte einmal der König selbst, als ein gewisser Lam-bert verbrannt wurde, wobei Cromwcll bemerkte: „ Es warwundervoll zu sehen, wie fürstlich, mitwelch herr-licher Gravität und unschätzbarer Mafestät SeineHoheit das Amt eines Oberhauptes der engli-schen Kirche ausübte! " . . .
Welche Gesinnungen dieser neue englische Refo rmator,König Heinrich, an den Tag legte, und welche Gefühle in einemso entarteten Mcnschenhcrzcn hausten, bewcißt Folgendes zurGenüge. Dem König war cS nämlich ein großes Aergeruiß,daß der Papst den Sir Reginald Pole, den Vetter desKönigs, zum Cardinal ernannt hatte, der durch seine Geburt,durch seine Talente und durch seine Sitten sich gleich vorteilhaftauszeichnete. Frühcrhin wich er den gefährlichen Gunstbezcug-ungen aus und lebte im Auslände.
Als Paul den Kaiser Karl V. und Franz l. versöhnthatte, suchte der Papst beide Monarchen zu gewinnen, um setzt