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Geschichte von England
Entstehung
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Um die Gemüther wieder zu gewinnen, ließ Heinrich die Kö-nigin aufs feierlichste krönen. Bei der Krönung rrug ste ein Kleidvon weißem, golddurchwirktcn Damast und einen mit Hermelin ge-sütterlcn Mantel von demselben Stoffe. Ihr schönes blondes Haarwallte in üppiger Fülle über den Rücken herab. Sie wurde ineiner Sänfte durch die Stadt getragen, und vier Kammerherrenhielten einen Baldachin von Goldstoff über sie. Während derTafel krochen zwei Hofdamen unter die Tafel, und saßen zu ihrenFüßen; zwei andere knieten, und hielten zuweilen ein Tüchlein vorIhro Gnaden. Der König sah hinter einem Gitter der Krönungund dem Mahle zu.

Als um die Erbtochter Anna von Bretagne sich verschie-dene Freier bewarben, wurde sie, obgleich schon mit dem römischenKönig Maximilian durch Procuration vermählt, durch einfranzösisches Heer gcnötbiget, dem König Karl VIII. von Frank-reich ihre Hand zu reichen. Der mit Maximilian verbundeneHeinrich landete in Frankreich, schloß aber hinsichtlich vortheil-haftcr Geldbedingungeu einen guten Frieden, worüber die Eng-länder mißgestimmt wurden (1488).

Als er damals gegen Frankreich den Krieg erklärtchatte, lan-dete an der englischen Küste mit einein Handelsschiffe aus Lissa-bon ein zwanzigiäbriger Jüngling. Er war von schöner Ge-sichtsbildung und von seinen Sitten. Alsbald hieß cS, es seyHerzog Richard vonDvr k, zweiter Sohn Eduard IV. Wieer bei Eduard V . Ermordung aus dem Tower entkam, wo ernntcrdcß gelebt batte, blieb ein Geheimniß, doch bald stand erunter dem Beistände des Grafen von Ki ld are und seines Vettersdes Grasen von Dcsmond, die ebcmaligcn Stützen der weißenRose. Er bekam bald größern Anhang, gieng aber dennoch nachFrankreich, indem er von den Ministern Karls VIII. dahin cinge-laden wurde. Er wurde dort als Herzog vonchjork und recht-mäßiger Erbe der englischen Krone anerkannt, und englischeFlüchtlinge boten ihm ihre Dienste an. Heinrich, dadurch be-sorgt, eilte um so mehr, den Frieden mit Frankreich zu unterzeich-nen, und gleich darauf erhielt der sogenannte Herzog Befehl,Frankreich wieder zu verlassen. Darauf nahm ihn die Marga-