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brachte den König gefangen nach Flint. Hier erschien Heinrichmit einiger Ehrerbietung vor ihm und sagte: „Euer Vollbeklagt sich, Ihr hättet es seit zwei und zwanzigJahren hart regiert; allein gefällt es Gott, so willich Euch besser regieren helfen." — Darauf brachte manden König in den Tower. Anfangs wollte Heinrich nur seineBesitzthümer retten, jetzt stieg sein Ehrgeiz bis zu einer Königs-krone. Man zwang den König, seiner Würde förmlich zu entsa-gen, welches auch nachher öffentlich proclamirt wurde, worüberdas Volk jubelte. Vergebens sprach der getreue und muthigeTomas Merk, Bischof von Carlisle, gegen dieses gesetzwid-rige Verfahren; er wurde verhaftet.
Heinrich hatte gar kein Recht auf den Thron, denn derselbegebührte den Nachkommen Lionel's, des dritten SohnesEduard III. Dennoch sprach Heinrich: „Im Namen Gottesdes Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistesfordere ich dieses König reich England und die Kronesammt Allem, was dazu gehört, da ich in geraderLinie von dem gnädigen Herrn Heinrich III. ab-stamme, und durch das Recht, welches Gott in seinerGnade mir gesendet hat, solches mit Hülse meinerVerwandten und Freunde wieder zu gewinnen, wel-ches Königreich auf dem Punkte war, wegen schlech-terNegierung und Vernachlässigung guterGesetzezu Grunde zu gehen." — Mit dieser Gotteslästerung undVerläugnung der Wahrheit bestieg also Heinrich den ThronEnglands! —
Richard verrieth, als er zur Regierung kam, vortheilhasteEigenschaften eines guten Herzens, war von ausgezeichneter,jedoch etwas weibischer Schönheit, und wußte sich durch Zierlich-keit seiner Sitten zu empfehlen, doch war seine Aussprachebeschwerlich. Er war nicht ohne Sinn für Wissenschaften, dochden Vergnügungen und dem Prunke nur zu sehr ergeben. Esdürste aber schwer zu beweisen seyn, daß er mehr als seine Vor-fahren ausgegeben habe. Doch hatte er sich in der letzter» Zeitdurch Gelderprcffungcn und Thorheiten um die Volksgunst undum seinen Thron gebracht. 7 ^