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Er hatte um sich eine Leibwache von dreitausend Mann,Thingmanna genanntSie stand unter strengen Gesetzen,die er aber selbst verletzte, indem er einmal in Aufwallungder Leidenschaft einen Soldaten tödtcte. Da versammelte er dieThingmanna, stieg vom Throne, bekannte sein Verbrechen, undverlangte gestraft zu werden. Da gelobte er jedem Straflosig-keit, wenn er seine Meinung sagen würde. Sie überließen aberdie Entscheidung seiner eigenen Weisheit. Nun verurtheilte ersich selbst zu dem neunfachen Betrage der sonst üblichen Geldbußeund fügte noch neun Talente Goldes hinzu.
Obgleich er in seiner Jugend die heilige Taufe erhalten hatte, ,so verrieth er doch in den Lehren des Christcnthums eine großeUnwissenheit. Doch wurde dieser grausame Seekönig aus demenglischen Thron durch eben diese Religion nachher ein gerechterund gütiger Herr, der durch eine friedliche Negierung die frühernBlutschulden zu sühnen suchte. Er erneuerte Edgars Gesetze,und vermehrte sie noch durch vortreffliche Verordnungen. Erbemühte sich, die englischen und dänischen Thanes untereinanderzu versöhnen, und sie für die Segnungen des Friedens geneigtzu machen. Auch in Dänemark suchte er zur Verbreitung desChristenthums beizutragen. Als er einmal aus einem Zuge ge-gen .Malkolm von Schottland, den er sich- unterwarf, am Mee-resufer saß, umgeben von seinen Hofleuten, da sagten ihm diesemancherlei Schmeicheleien, und daß ihm selbst das Meer unter-than sey. Da näherte sich allmälig die Fluth. Der König aberblieb sitzen, bis die Wellen ihm und den Hofleuten an die Füßespülten. Da sprach er von der Schwäche der Könige, und daßauch sic der Allmacht Dessen unterworfen scyen, der über dieElemente gebietet. Als er nach Winchester zurückkehrte, nahmer im Gefühle der Demuth die Krone von seinem Haupte, undsetzte sie auf das Crucifir der Cathedrale. Auch nach Rom machteer eine fromme Wallfahrt, und theilte allerwärts wohlthätigeGaben aus. So ganz verändert an Herz und Sinn verließ er
1) Auch Thingllihs, Huskarles, Seethans oder Hausleute ge-nannt.