Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
312
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er noch hinzu:Ich oder der Zwinget muß des Teufels sein, daist kein Mittel. Er hat ein eingeteufcltcs, durchtcufeltcs, überteusel-tes Herz."

Dieser gefallene Engel war cs, welcher Accolti die herrliche BulleLxurge" dictirtc; welcher Miltitz in der Elbe ersäufte; welcher Mün-zer unterstützte; welcher durch den Mund Earlstadt's sprach; wel-cher den zerschmetterndstcn Beweis fand, der je aus einem menschlichenKopfe gegen den Götzendienst der Messe hcrvvrguig. Man sollte nichtglauben, wie trübsinnig diese höllische Gestalt, die Erzählung Luthers macht!welches Leben sic seinen unbedeutendem Berichten cinhaucht! wie siedie Rede des Mönchs schmückt und seinen Zorn funkeln läßt! In einemAugenblicke, in welchem ihr cs am wenigsten vcrmuthct hättet, in einerrein theologischen Untcncdung mit Latomus, oder einem Kölner Mönch,sebet ihr plötzlich das Fantom anftauchen, welches seine Gegenwartdurch einen Erguß von Beleidigungen, komischen Gcberden, Wortspie-len und Spötteleien verkündet, welche den Beweis stärken, dem siceinen Leib und eine Gestalt zu geben scheinen.

Calvin glaubte an einen gefallenen Engel, als den Athen: desgöttlichen Zorns, den Versucher des ersten Menschen, den Feind derNachkommenschaft Adams, den Verdammten in Ewigkeit; der böse Geistist in seinen Augen keine Mythe, sondern eine Persönlichkeit, welcher erim Drama des menschlichen Lebens eine untergeordnetere Rolle zutheilte.Er bezeichnet den Satan, alseinen Geist, der gewandt und kühn istin seinen Unternehmungen, thätig und emsig in seinen Ausführungen,mächtig und stark an Kraft, fein und schlau in seinen Angriffen, hals-starrig und unermüdlich in seinen Nachstellungen, mit allen möglichenWaffen und Werkzeugen ausgerüstet, höchst erfahren in der KunstKrieg zu machen." Er nahm, wie Luther, die Existenz eines rebelli-schen Engels an, und wollte, man >ollc den Jrrthum Derjenigen verwerfen,welche glauben, die Teufel seien nichts Anderes, als die Beunruhigungenund Störungen, welche sich in unserer Seele erheben, und die bösen Nei-gungen, welche uns vom Fleische eingcgebcn werden. Er verkleinert aberdie Rolle des Teufels und läßt ihn nur selten auftrcten, zum Beispiel wennes sich um einen Papst oder starrköpfigen Katholiken handelt. Er hat ihnnicht wie Luther in Fleisch und Bein gesehen.

1) Op. llutk. .len. III, k. 37'.).

2) Haket enim ilisataiiasiatum, persutunasialum, supersatauasiatum »eetus.

3) OoII. Liens. tot. 3!)7.

4) Inst. I. 1. e. XIV, §. 13.