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XXV. Kapitel.
Der Teufel und der Antichrist.
Der Teufcl i>» Leben Luther's als Werkzeug des Zorns und der Poesie. — Anfech-tnng des Doctors. — Der Teufel im Lebe» Ceilvin's. — Meinungen desGenfer Reformators. — Erzählung von einem Besessene». — Was Calvinvon Epileptischen und Heren hielt. — Der Antichrist Luther's und die sächsischeKirche. — Die Reformatio» lehrt noch heut zu Tage, der Papst sei der Anti-christ. — Die protestantische Revue des neunzehnten Jahrhunderts. — Calvin'sAnsicht. — Johannes Müller. — Hugo GrotiuS.
Der Teufel.
Kein Reformator, mit Ausnahme Luther's, war für die Form ein-genommen, sei es an Menschenwerken oder an den Wundern der Schö-pfung. Melanchthon weint, wenn Carlstadt die schönen Statuen derAllerheiligen-Kirche zertrümmert; er weint aber als Christ, nicht alsDichter. — Er sieht in dieser Entweihung mehr einen Angriff gegendie Gesellschaft, als gegen die Kunst. Vergebens sucht ihr in dem weit-läufigen Briefwechsel, welchen die Reformatoren unter sich führten- eineAeußerung des Schmerzes, der ihrer Brust entrinnen sollte, wenn siedie Bilder betrachten, die der Stolz der fränkischen Kirchen waren, undvon der Hand eines Bauern ungehindert zerschlagen wurden. Niemand bücktsich, einige Reliquien von den Steinen zu sammeln, welche dem Ham-mer des Baucrntrosses wie durch ein Wunder entgingen. Im Gegen-theile könnt ihr sehen, wie sie sich in Frankenhausen an dem Feuer derHandschriften wärmten, welche man den Klöstern raubte. Wenn manim protestantischen Deutschland einer schönen Goldarbeit begegnet, einempricsterlichen Schmucke, wunderbar an Reichthum und mühsamer Arbeit;oder einem Bischofsstäbe von massivem Golde: so darf man versichertsein, daß der Kelch, welcher aus dem Schatze einer katholischen Kirchegestohlen wurde, einem Chursürsten, der Luther befreundet war, alsTrinkbecher diente, daß der Mantel deö Priesters das Gemach desFürsten oder seiner Maitreffe zierte, daß der Hirtenstab sein Museum