Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
297
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Hutter wirst ihm vor, er tiefte den Juden die Waffen gegen Christusin die Hand, er sagt, Calvin jüdle.

Der gelehrte Richard Simon ist der Meinung, der Genfer kennenur die Anfangsgründc der hebräischen Sprache, und habe nur ge-wöhnliche Kenntnisse von dem Griechischen. Man darf von Calvinnicht die Sprachenkunde eines Erasmus oder Cajetan erwarten; daer aber die Schrift gründlich studirt hatte, findet er den Sinn einerStelle weniger mit Hilfe der glossologischen Wissenschaft, als durch eineArt Wahrsagerkunst.

Tholuk hat das exegetische Talent Calvins ans eine glänzendeWeise gerühmt.

Man findet bei ihm," sagt er,nicht nur eine leichte und glück-liche Auseinandersetzung des grammatischen Sinnes, guteSprachbemerkun-gen, eigenthümliche Erklärungsversuche, sondern es zeigen auch die Erör-terungen über den grammatisch erklärten Sinn in historischen, dichte-rischen und prophetischen Stücken, wie er in den Geist des Schrift-stellers eindringt, so wie es ihm damals seine dogmatische Denk-art zuließ. In der neutcstamentischen Exegese bewundert man mitRecht seinen einfachen, eleganten Styl, seine dogmatische Unbefangen-heit, den exegetischen Takt, die vielseitige Gelehrsamkeit und den tief-christlichen Sinn. Hinsichtlich der Form ist die Eleganz der Diction,verbunden mit Concinnität des Ausdrucks, welche Vorzüge sich beson-ders in den Vorreden darthun, zu rühmen. Die Eleganz zeigt sichindessen weniger in dem sorgfältigen «leloetus verborum, fern von demaffectirten Purismus eines Bembo und Castalio, welche eigenthümlichechristliche Ausdrücke mit heidnischen vertauschen."

Die calvinische Exegese führt unläugbar zum Rationalismus.Calvin achtete die Tradition nur als eine Allegorie. Er will im al-ten Testamente die mystischen Vorbilder nicht anerkennen, welche dieZukunft vorher verkündeten. Er hat aus diese Weise der socinianischenSchule den Weg gebahnt, welchen jene wieder dem Naturalismuseröffnete, der in den gcoffenbarten Büchern nichts. Andres sieht, alsein materielles Wort, dessen Werth zu prüfen jedem Menschen zusteht.Die Paulus, Eichhorne, Strauße sind aus Calvin hervorgegangen

1) Lslvinus solickus tdeolozus et ckoetus, 8t;I> 5st purgsti et elegsntinrisgusin tlieolozum cieeesl..... ckivino vir prseckitus inßenio mults mvi-nsvit, guse non nisj ,1 lingusv Irelirsieso peritjssiinis (eujusinocki Minenipse non erst) ckivinari possunt. 8esligerisns prims, p. 38.r) Litt. Anzeiger für christliche Theologie, Nr. 41. 1831.Die Verdienste Calvinsals Ausleger der heiligen Schrift."