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1 (1843)
Entstehung
Seite
291
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großer Geschicklichkeit bestiegen wurden. Die Namen Chemnitz, Came-rarius, Bal. Schindler, Johann Burtres, Heinrich Hottinger, Bugen-hagen, sind Allen bekannt, welche sich mit der heiligen Philologie be-schäftigen. Unglücklicherweise war es eine Eigenthümlichkcit der Refor-mation, daß sie Alles befleckte, was sie berührte; und die Exegese hattein ihren Händen das Loos aller geoffenbarten Wahrheiten.DieseExegese," sagt Doctor De Wette,ist weder grammatisch, dennsie mißhandelt noch gar zu oft die Sprache und kennt deren lebendigeGesetze nicht; noch historisch, denn sie forschet nicht, sie lebt nichtmit und in der Geschichte, und hat keine geschichtliche Anschauung; sieverdient endlich nicht den Namen Exegese, denn sie ist nicht desHeiligen Dolmetscherin, sie kennt und versteht es nicht."

Calvin erwarb sich durch seinen Kommentar über den Brief andie Römer einen großen Namen als Exeget. Er kannte die Arbeitenseiner Vorgänger und läßt ihnen gerne Gerechtigkeit wiederfahren:Unter den neuern Auslegern," sagt er,zeichnet sich Melanchthonauch durch seine Gelehrsamkeit, Feinheit und Geschicklichkeit aus, die er inallen verschiedenen Fächern bewiesen hat, er hat auch hier viel mehrLicht verbreitet, als die, welche vor ihm kamen. Bullinger folgte;er erndtete viel Lob ein, weil er mit der Gelehrsamkeit eine großeFertigkeit verband. Endlich hat Buccr seine Studien herausgegebenund dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Dieser nun wird nicht nurwegen seiner tiefen Gelehrsamkeit, seiner mannigfaltigen Kenntnisse, derFeinheit seines Geistes, seiner großen Belesenheit und wegen vieler an-dern Vorzüge von Niemanden heut zu Tage übertroffen, und ist nurmit Wenigen zu vergleichen, sondern er verdient auch noch das beson-dere Lob, daß er in dieser Zeit mehr als irgend einer, mit genauemFleiße die Schrift ausgelegt hat." Wie konnte aber Calvin diemerkwürdige Schrift des Cardinals Cajetan vergessen? Woher kommtdiese Geringschätzung einer Arbeit, welche Erasmus so hochschätzte, wennCalvin sie kannte? Oder was soll man von seiner Unwissenheit den-ken, wenn er von einem Werk keine Kenntniß hatte, welches damalsso verbreitet war und das er in der Bibliotheke eines jeden Gelehrtenin Straßburg gefunden hätte? Er durfte es nur von seinem FreundeBucer verlangen, der es gelesen und wieder gelesen hatte und in denerhabensten Ausdrücken davon spricht.

Calvin hatte den Brief des heiligen Paulus an die Römer ge-wählt, weil er, wie er sagte, in demselben die Grundlage vorfand

<) IwaokiUio, Simoni Ervneo. Xrgeutinse XV., <?.K. Xov. IoW.

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