Es war auch nicht nur die eifrige, zornerfüllte Rede, welche dieLutheraner anwandten, um das Unkraut zu ersticken, sie griffen auchzum Spotte, in der Weise ihres großen sächsischen Pamphletärs.
Titus Theodor schrieb an einen seiner Freunde: „Was hältMaiban von der Schrift Calvin's über das Abendmahl des Herrn?Ich möchte in der That davon das sagen, was Meister Johann Mar-tin von einem ähnlichen Buche sagte: er macht cs wie Goibouille, er-seht sich ins Wasser um sich zu trocknen."
Calvin sah später ein, daß er sich getäuscht hatte. In der Bit-terkeit seiner Laune schrieb er damals von den Lutheranern: „Sie sindein gehässiges Volk, welches eher mit den Türken Friede schließen, alsmit den Papisten Bruderschaft machen würde, als daß sie uns einigeTage Ruhe gönnten!"
Ihr erinnert euch noch seiner Unterredung in Frankfurt mit Mc-lanchthon über das Abendmahl? Er sagte uns er habe Philippus fürsich gewonnen: ein edler Gewinn, dessen er sich mit Recht rühmenkonnte. Glaubet ihr, daß Melanchthon die Jmpanation Luther's ver-lassen habe? Wir glauben es nicht, denn welches Vertrauen könnteman auf den Glauben eines Theologen haben, welcher seine Meinungso schnell ändert? Entweder ist es eine absichtliche Verläumdung Cal-vins, oder ein unauslöschlicher Schandfleck für Melanchthon.
Wie kommt es aber, daß die Reformation, welche sich so oft überdie Bestrebungen unserer Kirche für ihre Einheit lustig machte, immer-fort die dogmatische Einheit herzustcllen strebte? Sollte man glauben,daß im Jahre 1720 ein Prediger in Rcgcnsburg den Versuch machte,zu beweisen, daß die protestantische Kirche immer nur dasselbe Symbolverkündet habe? Aber wen sollte mail täuschen? Die Tvdten kom-men wieder.
Nach dem Verlauf von drei Jahrhunderten, welche nun über derAsche Calvins ruhen, erhoben sich protestantische Stimmen, welche daskatholische Dogma preisen, das Johann von Noyon auf eine so erbärm-liche Weise läugnete:
ckiuwl quick non itä so Kabel; cur » «peeis weit, eonrenrur nc»> care-iNus cum üs ccclosiis quns male scntirc ccrlo scimu5? I'ct. i>larl)r.lüpislola ack ccelesi-un anrstic,-nunn.
1) Um virolcnln ockin in nos crcp.int ul citius illis li->x cum '1'urcC tu-»lur« 8>l ct cum juipistis kratcrnitns, quiim uoliwcum inckuciac. OI-rim contra >Ve8i>>IuiI., 791
2) kekcckiasma Irenicnm, Iioe csl, ncccssaria eccles. iirotcstamium in lickeconsensio cx proprüs cloct. k.utkcraiiorum rigickissimorum unicackemonstratiouc cvicta. llstisll., in 4° 1720.