Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
285
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leide. Planck bekannte, daß die calvinistische Lehre in dieser Glossezum heiligen Texte Mann geworden sei, um sich den Theologen beiderSchulen gefällig zu zeigen. Bis zum Jahre 1549 behaupteten dieLutheraner, welche die Schrift cko ooen» Domini nicht kannten, Calvinhabe nie aufgehört, der sächsischen Kirche anzugehören. Diese theo-logische Schrift machte in Deutschland nicht viel Glück, da Luther,der sie kennen mußte, den Namen Calvins nur ein einzigesmal aus-sprach, um ihn in einer ganz gewöhnlichen Achtungsformel zu grüßen.

Uebrigcns hat der Mönch von Wittenberg mehr gethan, alsBossuet: sein Wort muß in den Augen der Reformirten eine Machthaben, die sie dem Ansspruche des Bischofs von Meaux versagen wür-den. Um die Meinung Calvins zu verwerfen, ergriff Luther die Federeines Kirchenvaters aus der ersten Zeit des Christenthums.

Calvin sagte, alle Wunder sind sichtlich, und der Priester am Al-täre kann die Seele der Gottheit nicht vertreten.

Wer hat dir aber gesagt," antwortet Luther,daß Jesus Chri-stus in seinem Nathe beschlossen habe, hier nicht mehr fortzuwirken?Ward er nicht im Schooße einer Jungfrau vom heiligen Geiste em-pfangen? Hast du dieß Wunder gesehen? Hat die Gottheit nichtim Fleische Jesu Christi gewohnt? Wo hast du das Wunder gesehen?Du sagst er sitze zur Rechten des Vaters; siehst du ihn?"

Calvin berief sich auf den Vers des Evangelisten Johannes: DasFleisch nützet nichts.

Caphernaite!" rief der Doctor aus,mit welchem Rechte wagstdu, zu behaupten, das Fleisch sei unnütze?.... Da ihr sollt bewei-sen, daß Fleisch hier Christus Leib heißen müße, seid ihr allzumalStumme, da ihr doch schuldig seid zu reden, und sagt uns daher, esmöge Christus Leib heißen. Da seid ihr allzu wäschig und zu schwätzig.Ja es möchte auch ein Schweinerbraten heißen, wenn das heißen beimir stehen und schwätzens und waschens gelten soll."

1) »Die lutherischen Theologen wollten mit aller Gewalt die Welt berede», daßCalvin bis zum Jahre 1549 sich öffentlich nicht anders hätte merken lassen,denn daß er mit dem lutherischen Theil ganz gleichstimmig sei." Planck, Ge-schichte der Entstehung des Prot. Lehrbcgriffs, Bd. 5. Th. 2. 8. 10.

2) Grüße mir achtungsvoll den Sturm und den Calvin. De Wette, Lnther'SBriefe, B. V. t. 210.

3) Dslem ergo nrsescntiarn loco circumscriptam statuero gnn corpusDkristi si^no rncluclstur nut locsliter, quock aiunt, conjungstnr, nonost tantum ckeliriuin seck etiarn exscranckus error, glorinin Ltirisli lle-1rslien8. Oslv. cle coenn Domini, i'. 7-

4) 8ermo quock verks slenl.