Wie magst da dich aber hier so täuschen, Calvin? Du, in derEwigkeit, an der Seite eines Theologen, welcher an die reelle Gegen-wart glaubte, die du als das Erzeugnis menschlicher Phantasien undeines götzendienerischen Glaubens betrachtetest! Du willst in derselbenHerrlichkeit sein, in welcher Melanchthon und sein Vater Luther sind,welche so oft ihren Fluch gegen die Sacramentirer ausgesprochen haben!Aber daran denkst du nicht. Du erinnerst dich nicht mehr, daß Mar-tinus den Oekolampadius und Zwingli, welche glaubten, was du ge-lehrt hast, unerbittlich verdammte, und daß Sachsen den Doctor Mar-tinus einen großen Diener Gottes und einen Apostel des Herrn nannte?Wenn er die Wahrheit gesagt hat, wandelst du im Jrrthum, wenner das Angesicht Gottes sieht, muß es dir in alle Ewigkeit verhüllt blei-ben, oder euere doppelte Lehre ist eine doppelte Lüge.
Calvin, warum hast du uns die Züge der Liebe Melanchthons,welche er für deine Person und deine Schriften hatte, so sorgfältig ver-borgen? Zeige uns doch nur einige Zeilen, in denen die Hand desPhilippus sich bemüht hatte, dich zu besingen? Ich schlage in seinemBriefwechsel nach und finde reichliche Ergießungen über Sadolet, dendu verläumdest; für den Cardinal Contarini, dessen edlen Characterdu beschimpfst; ') für Bucer, den du eine Fuchsnatur nennst; für bei-nahe alle unsere berühmten Katholiken aus der Zeit des Wiederauf-lebens der Wissenschaft, deren Talent du verkennst oder läugnest. DerHimmel hatte dir einen wahren Freund geschenkt in Grpnäus, den derTod an deiner Seite überraschte. Mit welcher Rührung spricht Melanch-thon von den trefflichen Arbeiten, von der Wissenschaft und dem evan-gelstchen Eifer des Basler Predigers! Und diesen großen Verlust er-klärst du als ein gewöhnliches Ereigniß; du machst es nicht wie Phi-lippus, welcher von seinen Thränen erzählt: kein Auge hatte keine, umden Tod deines Erstgebornen zu beweinen. Sah man dich se der Weltmit warmem Gefühle die Bemühungen der Missionäre des Protestantis-mus verkünden, der du eifersüchtig bist auf jeden Ruhm, welcher dendeinen nicht vermehrt? Sage uns also nichts mehr von der Zärtlich-keit Melanchthons, der seinem Meister Luther nicht einmal deinen Na-men nannte; der dir im Verlause von mehreren Jahren kaum siebenoder acht Mal schrieb, und ein Bittet, das man in deinem Briefwech-sel vorfand, mit der trocknen Formel schloß: bene vale: LbilchpusiUelanebtlwn.
I) Ouock (lonwrenus wallet si pvtest »es sine caeäe re;niinere. C.sl. ks-relli. lllss. Oen.