bin ich, daß ich Gott erforschen will? Besser ist fromme Unwissenheit,als vermessene Wissenschaft."
„Warum dogmatisirst du dann aber also, fragte Kaufmann?Warum berufest du dich denn dabei auf die Schrift? Warum spielstdu hier so den Doctor in Israel, du, Staub der Erde? Mensch, derdu dich in deiner Armseligkeit bemühest, der du die Völker lehrst undalle Wissenschaft so vermessen und unsinnig behandelst und uns Erklä-rungen von Geheimnissen geben willst, die Gott in den Tiefen seinerhöchsten Macht verborgen hat? Aber ich dringe in dich und lassedich nicht, bis du mir sagst, ob Gott seinen Sohn nicht zum Heiledes Menschen gesandt habe, den du in das Grab werfen willst, undder in zwei Tagen eine Beute der Würmer sein wird, wie du unddein Meister."
„Du hüllst dich in das Gewand des Pelagius, in das abgenützteganz unbrauchbar gewordene Gewand. Pelagius begriff den Apostelnicht. Der heilige Paulus hat nie vom Individuum „in persona" ge-sprochen, sondern von der Individualität; nicht von den Einzelnen derArt, sondern von der Art der Einzelnen: non singulos generum, gellgenera singulorum."
„Meister, das ist eine Unterscheidung, die sehr nach der Schuleriecht; und ich denke nur, du habest, als du hier cintratst, denMönch vor der Thüre gelassen, welchen euer Vorausbestimmterausgeplündert haben wird, Franz von Sickingen, der das Mönch-thum nicht mehr zu lieben schien, als die Mönche, die Gattung nichtmehr als das Individuum: singulos generum et geners singulorum.Dein Gott scheint mir nach seinem Bilde gemacht zu sein und ich kanndir dafür keinen Dank wissen."
1) Iterum guaero unlls factum est, ut tot gentes uns cum liberis eoruminfantibus seternse morti involveret lapsus ^llso aksgue remellio,nisi guis Deo its visum est. Hic obtumescere oportet tsm llicsccsslioqui linguss. Dib. 3, csp. 23.
4u bomo expectss a me responsum et ezo sum bomo. Itsquoambo sullismus llicentem: 0 bomo tu guis es? — >lelior est lille-lis iznorantia gusm temersria scientis. Ib.
2) Die heutige protestantische Schule erkannte den vollen Werth des Beweises,welchen Gerhard führte: sie klagt Calvin des förmlichen Widerspruches an in derDeduktion seines Systems von der Vorausbestimmung. Die letzten Worte,„welior est killelis ignorantis" ... sind eine Kritik Calvins selbst — denner geht hartnäckig gegen seinen Grundsatz so weit, daß sein Wissen auch ver-wegen ist, und er stellt als nothwcndige GlaubcnSrcgcl in den Confcssions-Schristcn auf, was nur angedeutet und sehr gefährlich ist für die gewöhnlichenGcmüther. Paul Henry, p. 318, t. I. Calvins Leben.
3) Inst., csp. 23 et 24.