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Gerhard lies; den Redner aussprechen und suchte in seinem Ge-dächtnis; eine Stelle zu finden, die dem Kalvinisten den Mund stopfensollte; plötzlich strahlte sein Auge vor Freude, seine Lippen lächelten,er erfaßte die Hand des Gegners und sprach: „Lu hast demnachden heiligen Augustin nicht gelesen: „Dein Gott ist ungerecht, derden Unschuldigen verdammt."
„Wer hat dir gesagt, daß ich von einem Unschuldigen rede? Esgibt leinen Unschuldigen. Der Mensch hat gesündigt; die Erbsündeist die Ursache seiner Verdammung oder Prädestination."
„Ich nehme dich beim Wort, du schlechter Schüler," sprach Ger-hard. „Also verdammt oder beseligt, tödtct oder belebt er nicht mehrals Schöpfer, sondern als Richter! Also gibt es außer ihm einenGrund zur Verwerfung oder Seligmachung! Das ist klar!"
„Nicht so klar, als du glaubst; denn che die Erbsünde begangenwurde, waren die Verworfenen schon vorausbestimmt durch einen gött-lichen Rathschluß; einen Rathschluß, welcher schon von Ewigkeit her inGott ist. Wenn sie verderben, so geschieht dieß, weil sie die Schulddes Fehltrittes tragen, in welchen Adam auf Anordnung Gottes verfiel;so ist cs also, wie Meister Johann gelehrt und gesagt hat: Verherr-lichung oder Verderben, Leben oder Tod, Wohl oder Weh, hängtAlles von der Willkühr Gottes ab; der Wille Gottes war es."
„Und wenn du auch stärker schrieest, als Eapito, wenn du dichärger gebcrdetest als Buccr, würde ich doch immer antworten: du ver-wickelst dich in Beweisgründe, für die ich nicht ein Glas von diesemschlechten Biere geben möchte; denn wenn Adam, wie du sagst, seinerSünde wegen verdammt wurde, so hat seine Bestrafung eine entschei-dende Ursache, die außer Gott liegt. Sage mir aber doch auch: glaubtdein Meister an die Engel?"
„An gute und böse Engel: die Einen sind Diener und BotenGottes; die Andern sind gefallene Wesen, deren Oberster der Tcuselist, der sich dem Willen seines Schöpfers widersetzte, welcher der un-umschränkte Herr und Anordncr dieses Widerstandes ist; der Teufelvermag nur Böses, aber auch dieses könnte er nicht thun ohne den
voluit. Ouo<I si ultrs perggs ro^uncko cur voluerit? ÄI«sus uliguickguseris et sukliinius volunlsto I)ei guock inveniri non zotest. I.ili. 3.n. 2.
1) Ouemgu.im vcro iininoritum et nulü olmoxium sivcc.ito, si Dens ckrim-n»re creckitur, Mienus uk iniguitute non creckitur. Iig>. ION.
2) Inst. lid. 3. csg. 22, n. 3.
3) Lslv., Inst., lik. 3, c. 23, n. 4.