Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
237
Einzelbild herunterladen
 

I

237

Lehre predigen; man sieht den Zorn des Theologen, der gewohnt ist,das Innere der häuslichen Verhältnisse zu durchwühlen, um sein Mur-ren und Klagen zu rechtfertigen; man sieht die boshafte Freude desVerbannten, der sein Wohlgefallen daran findet, das Elend der Kirche,die ihn verbannte, auszukramen; man sieht die Hoffnung, welche der

während der Zerstreuung der Kirche;" h) ihr verstehet sehr leicht, daß

jagt: sind das keine Zeichen der evangelischen Auferstehung? Ist seineKirche zerstreut, weil Einer ihrer Pastoren verbannt ist? Das ist dasVergehen, welches ihr Ealvin nicht verzeihen kann. Er sagt:Esist eine göttliche Berufung gewesen, die mich mit den Genfern verbun-den hat, deßhälb stand es nicht in der Macht des Menschen, diesesBand zu zerreißen." Man muß staunen über die Logik der Leidenschaft.Calvin verweigert seiner Kirche das Recht, eines ihrer Glieder zu ver-jagen und zu gleicher Zeit schaltet er in die neue Ausgabe seiner In-stitutionen ein Kapitel über Kirchenzucht ein, in welchem er die Ge-walt,Mißbräuche zu bessern" zwischen der geistlichen und weltlichenObrigkeit thcilt und dem Prediger die Macht verleiht, vom heiligenTische wegzujagenden Heiden, der sich erkühnen würde, ihm zunahen." Er bereut es nicht, daß er den Gläubigen von St. Petrusdie Communion verweigert hat; er glaubt die Pflicht eines Pastorserfüllt und die Zucht der wahren Kirche befolgt zn haben.Wie

1) Straßbmg, 1. Lct. t5Z8.

2 ) In eorrigenckis vitiis niutuae ckebent esse operso p. 440 444 .

Despot hat, indem er sich darauf vorbereitet, seine Unterdrücker selbstwieder zu unterdrücken. Ihr habt nicht nothwendig, daß ihr seineBriefe leset, um kennen zu lernen, wie voll von Galle, Bitterkeit undHaß er ist: die Aufschrift allein gibt euch schon den Zustand seinerSeele kund: Er schreibt an die Genfer:den Gläubigen Genfs

cs für Calvin in Genf keine Kirche, kein Predigtamt, kein Evange-lium, keinen Cultus mehr gab; Genf ist wieder in bas Papstthum ver-fallen und in die Abgötterei, in welcher es das Licht erwartete. Bon-nivard versichert uns in seiner Geschichte, die er uns handschriftlichhinterließ,daß die Stadt den Strahlen des Evangeliums im Jahre1535 die Augen geöffnet habe." Was ist aus diesen Strahlen gewor-den? Haben sie sich bei der Verbannung Calvins gebrochen? Waswill denn nun Johann von Nopon? Genf hat keine katholischen Prie-ster mehr, es hat die Bilder abgeschafft, es hat die Statuen zerbro-chen, die Kreuze niedergerissen, die Klöster zerstört, die Mönche ver-

jkl!!I kil

> II!