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noch einige Ruinen, die bald verschwinden werden; aber die Herzensind einig in einem und demselben Glauben: Gott sei gelobt!
So wie Calvin mit Farel nach einer Reise von einigen TagenBern näher kam, konnte er bemerken, daß das Volk unter dem Ein-flüsse böser Leidenschaften stehe; die Bauern murrten, als sie die Gen-fer Prediger gehen sahen. Diese blieben acht Tage in Bern' und wünsch-ten vergebens, daß man sie hören möchte; nicht einmal eine Antwortwurde ihnen zu Theil, „es war," sagt Calvin, „als ob man ihre Ge-duld hätte ermüden wollen." Conz, (Kuntzen) ein Diener derKirche von Bern nahm sie in sein Haus auf. Conz war ein zorniger,spöttischer, zänkischer Rechthaber. Calvin nennt ihn in einem Briefean Bucer, indem er sich aufs eifrigste bemüht, den Vorwurf der Streit-sucht von sich abzuweisen, 2) „ein wildes Thier, nach Geberde, Redeund Gestalt eine Furie."
Conz ließ Calvin nicht Zeit, seine Beschwerden gegen die Kircheund die Verwaltung von Genf darzulegen; er fing an, das Betragender beiden Prediger zu schmähen, die er beschuldigte, daß sie die Em-pörung in den Canton gebracht haben. Farel und Calvin suchten ver-gebens einige Worte zu ihrer Vertheidigung zu sprechen, sie wurden imAugenblicke durch den Redner unterbrochen, welcher ganz allein spre-chen wollte. Farel, der darüber erstaunt war, daß er sich einer so zürnen-den Natur gegenüberfand, versteckte sich hinter Calvin und zitterte nochlange nachher, so oft er sich dieses Auftritts erinnerte. Sebastian Mayerund Erasmus Ritter, welche der Disputation beiwohnten, brachten esendlich dahin, daß sie Conz besänftigten. Es trat auf einen AugenblickStillschweigen und eine Frist für die Angeklagten ein; Calvin und Fa-rel standen nämlich vor ihrem Richter. Dann nahm Conz wieder dasWort und schlug den Genfer Predigern eine förmliche Debatte vor,welche in Gegenwart des Berner Senats stattfinden sollte. Am andernTage erwarteten Farel und Calvin an der Thüre des Rathshauses dievon Conz bestimmte Stunde; nachdem sie aber zwei Stunden gewartethatten, sagte man ihnen, daß der Rath so sehr von Arbeiten überhäuftsei, daß er nicht Zeit habe, sie anzuhörcn; daß man sie aber nach
1) Its oir comporito putaviinus pMientism vostrsm tentsri, nt si tseckiold.icti causs-im istain Mfieeissemns totri enlpil sgeeiose in nns conkei'i'iposüet. — 1'ientissimo et ernditissimo viro O. LuHinger», '?ig. Lccl.gastori, tratin csrissimo. Nense junio, 1538.
2) Idixari non est eerte inei moris. Li»I. öucero. Oen. 12. san. 1538.
3) kellns rstiios:». Vultus, gestns, verda, colvr ipso luriiis spirsbsnlLi»tv. öueoro.