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1 (1843)
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XVIII. Kapitel.

Calvin in Bern. 1SL8.

Reist Calvins nach Bern. Stimmung unter dem Volke. Calvin in Bern.Conz. Schilderung dieses Predigers. Disputation zwischen Conz, Calvinund Farel. Bern bemüht sich für die Rückkehr der Verbannten. DieEinwohner von Genf bestätigen in einer allgemeinen Versammlung das Vor-bannungSurtheil Calvin's. Die Genfer Kirche und ihre Prediger vor dem Rich-stnhlc des Reformators. Unzucht, Heuchelei und Unwissenheit der protestanti-schen Geistlichkeit. Calvin in Basel in Strasburg.

Bern hatte die Plane Calvins, nach welchen er die Beschlüsse derSynode von Lausanne Umstürzen wollte, mit bösen Augen bewacht.Zwar hatte Bern den Aufruhr gegen die römische Kirche gepredigt,als aber einmal der Sieg der reformirten Lehre errungen war, wolltees, dass die neue Kirche in Frieden und Einigkeit leben sollte. Eshatte vom alten Gottesdienste einige Ceremonien beibehalten, um aufdie Menge Eindruck zu machen, und an diesen äussern Formen hieltBern wie an geschriebenen Glaubenslehren fest. Alle Unruhen, welchedas Volk in der Schweiz bewegten, erfüllten Carl V., der die Freund-schaft der Republik erhalten wollte, mit Missfallen. Man sagte, derKaiser habe sich vorgenommen, einen Botschafter nach der Schweiz zusenden, welcher den Auftrag haben sollte, den Geist des Volkes auszu-kundschaften. Bern beeilte sich desshalb, die Kirchen, welche noch stan-den, herzurichten, die von seinen Soldaten verunreinigten Tempel zuübertünchen, die noch unberührten Klöster in Wohlthätigkeitsanstaltenzu verwandeln, die neuen Prediger zu kleiden und zu erhalten, zerstreuteKunstgcgenstände zu sammeln und insbesondre den Bürgern Eintrachtzu predigen, um dem kaiserlichen Botschafter sagen zu können: Ihr

sehet, daß hier kein Streit stattfand wie in Deutschland: die Priester-häuser sind beinahe ganz erhalten; die Schulen sind an ihrem Platze;die Diener Gottes haben nur ihre Kleidung verändert: nur hier sind