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1 (1843)
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besitze. Ich bin beglückt, wenn ich es meiner Liebe danken kann, daßihr reichliche Früchte bringet in diesem und in jenem Leben!"

Ist der Geschichtschreiber hier nicht berechtigt, zu verlangen, daßder Leser dieses Schreiben eines französischen Bischofs, eines römischenÄirchenfürsten, eines Cardinals Paul's III., mit jenen Sendschreibenvergleiche, die Luther an die Kirchen schrieb, welche die Reformationnicht aufnehmen wollten? Es ist zu bedauern, daß Sadolet denBrief nicht in französischer Sprache schrieb. Ein protestantischer Bio-graph Ealvin's behauptet, er würde sonst in Genf ein viel größeresUnheil angestiftet, das heißt zur Einheit geführt haben.

Er machte übrigens ein großes Aufsehen unter den Genfer Huma-nisten und verursachte dem Rathe, der nicht wußte, wo er eine Federfinden sollte, welche dem Bischöfe antworten könnte, vielen Verdruß.Ealvin, welcher die Hoffnung nicht aufgegebcn hatte, wieder in eineStadt zurückzukehren, in der das reformirte Priesterthum keinen einzi-gen Mann von Gewicht besaß, übernahm die Sorge, Sadolet zu wi-derlegen. Es ist dieß ein Dienst, für welchen ihm der Rath spätererkenntlich sein wird.

Wie das dogmatische Symbol Calvins ist auch sein Schreiben ohneKraft. Die Beweisgründe, welche er vorbringt, sind armselig. Werdie Reformation kennen gelernt hat, wird leicht die Quelle finden, ausder er sie schöpfte.

An mehrern Stellen seiner Apologie beruft sich Calvin auf dieTradition, um die Lehre zu rechtfertigen, welche er nach Genf gebrachthat.Wenn wir diese plumpe Transsubstantiation verwerfen," sagter,mit welcher ihr das Volk an die Materie fesselt, so lehren wirkein neues Dogma, sondern das Dogma der ersten Kirche." Sadoletwäre hier ein Richter, welcher den Verdacht der Parteilichkeit auf sichziehen könnte; welcher Reformirte könnte es aber wagen, das ZeugnißLuthers zu verwerfen?

1) Man vergleiche Luther's Werke, Bd. VII. der deutschen Ausgabe, Seite 3S2und bei De Wette die Briefe, welche der Reformator an Carl V., an Hein-rich VIII., und an den Erzbischof Albrccht von Magdeburg schrieb; ebensoauch die Briefe, welche Knor an verschiedne Prälaten Schottlands richtete.

L)Der Cardinal Sadoletus, ein Mann von vielem Geist und reinen Sitten,swrieb dem Genfer Volke einen so beweglichen und geschickten Brief, daß erohne Zweifel viel Unheil hätte in der hin und hcrschwankenden Stadt anrick-te» mäßen, wenn er nicht in fremder Sprache geschrieben gewesen wäre." PaulHenry, Bd. I. S. LBI.