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1 (1843)
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Er irrt. Andächtige Frauen brachten diesen Priestern Brod, alssie schon an der Vorsehung verzweifeln wollten, und in Furcht waren,daß sie vor Hunger sterben müßten; beinahe Alle fingen wieder an,das heilige Meßopfer zu entrichten.

Dann erschienen die Häscher wieder, der Rath kam auf's Neue zusam-men und die Delinquenten wurden zur Verbannung oder Gefangenschaftverurtheilt. Die Erzählung bricht hier ab. Vielleicht sandte Gottseinen Engel, um diesen treuen Sdelen Trost zu senden in ihren Ban-den oder in ihrem Exil.

Farel war nicht befriedigt.

Als die Priester verbannt und die Kirchen geschlossen worden waren,hatten die Bauern im Innern ihrer Wohnungen kleine Kapellen errichtet,in welchen das Bild Gottes, der heiligen Jungfrau Maria oder einesheiligen Schutzpatrons glänzte. Der Biloerstürmer Farel schickte be-waffnete Leute dahin, welche die Verbrecher gefangen nahmen, unddieselben in das Nichthaus schleppten, wo sie zum Gefängnisse, odernur zur Verbannung" verurtheilt wurden, wie sich Ruchat in seinemreformirten Styl ausdrückt.

Man machte nämlich den Bildern den Krieg" fährt er weiter fort,undwenn die Ermahnungen fruchtlos blieben, wandte man das Gefängnißoder die Verbannung an; nie eine strengere Züchtigung." 0 Wir könn-ten glauben, wir wären nach Sicilien versetzt, unter die Herrschaft einesVerrcs. Farel wagte cs nicht mehr, sich auf dem Lande sehen zu lassen,ohne raß er von einer zahlreichen Schaar Häscher begleitet war.

Der Wunsch Berns wäre es gewesen, der Katholicismus solltegeräuschlos auslöschen wie eine Lampe. Es verließ sich auf das Wortseiner Prediger, welche sich im Disputiren geübt hatten; cs antworteteauf jede Klage, welche die Stimme eines Priesters erhoben hatte:wir wollen disputiren." Die Priester sagten:Wir fliehen denKampf nicht: sehet, ob sich der Katholicismus je scheute, in Leipzig, Augs-burg und Worms mit euren rohern Athleten sich zu messen. Selbsteure Kampfrichter haben der Wissenschaft unserer Gelehrten eine glän-zende Huldigung dargebracht: Melanchthon gibt davon Zcugniß. Ja,der Schüler eueres großen Luther ging noch weiter, er hat nach alldiesen Kämpfen seine Meinung über verschiedene Punkte, die bei unfernUnterredungen zur Sprache kamen, geändert. Heute ist er geneigt,die Autorität unserer Bischöfe, welche Virct als Verfälscher der heiligen

1) Kuckst, v. 3, p. 603.

2) Kuckst, v. 5. i>. 709.

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