Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
156
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uen Kamps nicht: er hatte seine Erklärung laut genug abgegebenin Leipzig, aber er hatte auch seine Gegner kennen lernen. Was sollteer mit einem Gegner anfangen, der in der Schule nichts gelernt hatte,als daß er die zornmüthigen Reden der Studenten auffaßte? Bei jedemDispute öffnete die Reformation die Bibel und bediente sich des ge-offenbarten Wortes wie eines Dreifußes, um von ihm herab Unbildengegen die große babylonische Hure in Umlauf zu bringen. Sie trugStein um Stein bei, zur Erbauung der schamlo>en Stadt, um zeigenzu können, wie der von den Propheten verkündete Antichrist mitten ingoldnen Flammen sitze. Wenn ihr sie einer Lüge überführet, und ihrbeweiset, daß sie den heiligen Text nicht verstanden hat, gerätst sie inZorn, ruft alle Heiligen des katholischen Paradieses zu Hilfe, so daßdann die Welt an einem solchen Tage mit Staunen vernimmt, Cyprian,Lactantius, Bernardus, Hieronymus, Augustinus seien Lutheraner,Zwinglianer, Bucerianer, Oecolampadiancr oder Carlstadtianer gewesen.Nehmet aber dann einen Text unserer Kirchenlehrer und weiset nach,daß ihr Wort verstümmelt, verändert, verfälscht wurde. Glaubt ihrnun die Reformation schließe ihre Bücher? Nein. Sie erklärt die er-habene Nichtigkeit der menschlichen Autorität und kehrt zur Schrift zu-rück. Wozu war es denn nöthig, unfern Himmel zu öffnen und eineZierde unserer katholischen Herrlichkeit um die andere in dre Tiare einesPapstes, in dem Rocke eines Lehrers, in dem Pallium eines Bischofes,oder in dem Gewände eines Mönchs herabzuziehen? Dränget sie inihren Kreis des Popilius, sie weiß herauszukommen und euch zu ent-wischen. Anstatt des Himmels öffnet sie die Hölle, um wie Luther allegroßen Schatten, auf die sie sich vor Kurzem noch berief, hinein zuwerfen, und unsere Väter, die so unglücklich waren, daß sie nicht glaub-ten, was die Reformation seit gestern lehrte, im ewigen Feuer zu ver-brennen. Unser Bischof von Lausanne hatte also recht: Das ange-kündete Gespräch sollte höchstens dazu dienen, die katholische Lehre undihre Repräsentanten der Rohheit Farels Preiszugeben.

Die Neformirten des neunzehnten Jahrhunderts haben sich nichtgeändert. Wenn man sie in diesem Augenblicke ernstlich zu Rede stellt,antworten sie, wie Cuningham, Esqu. de Lainslaw, durch ein Buch,in welchem der Autor beweist:

Die Kirche von Rom sei vom Glauben abgefallen, der Papst seider Sündenmensch und das Kind des Verderbens, von dem der heiligePaulus in seinen Prophezeihungen, im zweiten Briefe an die Tessalom-cher rede.

1) London bei Cadell, Hatchard und Nisbctt, 1840