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1 (1843)
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aufgehalten haben; denn ihr Wegweiser hätte nicht an der nächstenKirche vorübergehen können, ohne den Tabernakel zu zerstören. Virethätte mit seiner Lehre das Volk in eine Mystik geführt, welche dasselbe ineinen Abgrund von Extasen gestürzt haben würde. Um ihren Lehrenaufzuhelfen und dieselben fruchtbar zu machen, war Calvin nöthig,welcher dem Farel seinen Donner, dem Viret seine Wohlgerüche nahm,um eine starke und gehaltvolle Nahrung zu bereiten, welche aus demMarke der heiligen Schrift selbst gemacht zu sein schien.

Da nie eine Revolution Leben und Dauer gewinnen kann,ohne einen großen Gedanken, so konnte Farel in Genf zwareinen Münzer vorstellen und wie der Bergmann die mit Hämmernund Fackeln bewaffneten Arbeiter mit seiner Stimme aufregen, aber niedurch eine beredte Untersuchung eine Lehre begründen; noch viel weni-ger diese Lehre bis zum Ansehen des Dogmas erheben. Farel fühlteimmer das Fieber, und das Fieber ist ein abnormer Zustand. Viretkonnte bei seiner Mäßigung im Denken das nicht sammeln, was derglühende Hauch Farels auf dem Wege des Evangeliums säte. Beidenfehlte ein Logiker: Calvin war die geschwätzige Schlange, welche ihrenFeind mit ihren Krümmungen umschlingt und ihn mit ihrem Gifte be-spritzt, wenn sie ihn nicht erdrücken kann.

Farel und Viret hatten also gefühlt, wie wichtig ein solcher Hilfs-genoffe wäre, und cs bedurfte nur eines Blickes, den der Schüler vonNoyon auf Genf warf, um ihn zu überzeugen, daß das Werk derReformation in großer Gefahr stehe, wenn nur solche Arbeiter an sei-nem Bestehen wirken würden.

Calvin stimmte also bei, daß er seine unsteten Reisen einstellenund in Genf bleiben wolle. Von diesem Tage gehörte er der allobro-gischen Kirche als Prediger an und der Stadtgemeinde als Lehrer derTheologie. Er erhielt für die Stelle, die er einnahm, sechs Sonnen-thaler. Man findet seinen Namen in den Archiven der Republikam 5. September 1536 zum erstenmale also eingezeichnet:Calvin ouLanvin Io lllran^siz, i5to Oallu«."

Von dieser Zeit an bestand eine unveränderliche Freundschaft zwi-schen Farel, Calvin und Viret. Calvin konnte nie vergessen, daß Fa-rel , welcher in Genf einige Zeit lang noch die erste Rolle hätte spielenkönnen, ihm diese Stelle abtrat; es war eine edle Aufopferung. Umihn dafür zu belohnen, widmete er dem Dauphiner mit einigen be-

ll kegiüti-os, cku 13. kevrier 1537.

2) 8enc Iller. Vie cke (llilvin, par Haag.