deren ausgebreitete Flügel den Eingang zum Kirchhofe von St. Mag-dalena deckten; das Glasgcmälde, welches den heiligen Antonius vor-stellte, und in seinen Farben so frisch und schön war, wie die Glas-gemälde in Köln; die Arabesken in Stein im Kloster der Dominicaner,das Crucifix eines unbekannten Meisters in der Kathedrale, und vieleandere bewunderungswürdige Werke, welche die Wuth der Reformirtenzerstörte und zertrümmerte, um ohne Zweifel die Prophezeiung desErasmus wahr zu machen: „Wo das Lutherthum herrscht, gehen
Künste und Wissenschaften zu Grunde."
Die Stadt hatte vier Kirch-Spiele, das erste gehörte zur Kathe-drale von St. Petrus, und wurde heilig Kreuz genannt; daszweite ganz nahe bei St. Petrus, gehörte zur neuen Kirche UnsererFrau; das dritte zu St. Magdalena; das vierte zu St. Germanus;das fünfte zu St. Gervais; das sechste zu St. Legier; das siebentezu St. Victor.
Im Innern der Stadt zählte man drei Klöster: das Kloster derFranciscaner am Ufer; die Nonnen vom Orden der heiligen Clara,und die Dominicaner in der Straße Corrareterie, in dem Gebäude,in welchem die Uhr der Rhonebrücke war, und im Jahre 1670 verbrannte.
Außerhalb der Stadt war das Kloster St. Victor vom Orden derBenediktiner mit einem Prior und neun Mönchen; das Kloster der Au-gustiner, bei der Brücke der Arve, genannt zur Mutter der Gnadenund ein anderes zu St. Johannes in der Grotte, der Batie ge-genüber.
Genf hatte sieben Spitäler, welche zum Theile von ihren eigenenEinkünften, zum Theile von den Wohlthaten der Gläubigen unterhal-ten wurden. Eines derselben hatte insbesondere die Bestimmung, denarmen Wanderer auszunehmen, der auf dem Wege erkrankte; man sorgtefür ihn, bis er seinen Weg fortsetzen konnte, und wenn er dann auf-stand, um weiter zu gehen, kam ein Bruder, der sein Lager einem
D Ubicungue rognsl Lullserunismus, iki litersrum inleiilus. Lg. Lrubm.g. M>, 037.
2) Die Kircve St. Petrus in Genf blieb verschrot. Man licht noch die Lpurender alten Kirche im Innern, ihre historischen, mit Darstellungen von Heiligengejchmüektcn Glasgemälde: nnd diejenigen, welche das Bildniß Jesu Christinicht verschonen wollten, haben das Bild eines ihrer Bischöfe verschont, wel-ches man hinter der Kan;el Calvins an einem Pfeiler hängen sicht. Es sindnoch Stühle vorhanden, ans denen sechs Bilder, welche At'ostcl verstellen, in erhabe-ner Arbeit angebracht sind. Die Namen der Apostel sind auf Rollen cingegraben.Auch sieht man noch Begräbnisse von Katholiken, auf deren Grabsteine Todten-gcbcte und das peguiescsnt in gsce steht. LI- cke Ksemonck,