Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
59
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Sebet aber hier einen bescheidenen Weisen, den Athenienser Frank-reich'-!," wie Lascaris ihn nannte, *) der sich fern vom Hose hält undsich in die Einsamkeit zurückzieht, in welcher er den Musen lebt.Erasmus kannte seinen Namen, er theilte ibn aber Niemanden mit,nicht aus Eisersucht, sondern weil er von dem Reichthume an Gelehr-samkeit, an Sprachkunde und Kenntnissen des Alterthums allein Vortheilziehen wollte. Zum Unglück sür den niederländischen Philosophen wurdeeines Tages, bei einem jener Mahle, die Franz l. in Mitte aller Be-rühmtheiten seines Jahrhunderts zu halten, und bisweilen mit ihnenzu disputiren pflegte, plötzlich der Name des armen in seine Büchervertieften Landsmannes genannt, der von der Aussenwelt nichts kannte, alsden Weg zu seiner Capelle, in der er so andächtig betete; es ist Wil-helm Budäus.

Der junge Mann wurde nach Paris eingeladen und war genöthigt,seine Einsamkeit zu verlassen, aber nicht seine Bücher, die er auf einemgroßen Wagen mit sich nahm, in dem er Nachts schlief und bei Tag, um sich nicht von den Büchern trennen zu müssen. Nach einerlangen Reise, auf welcher er zu Gefährten und Tischgenossen den HorazHomer, Virgil und Demosthenes hatte, kam er am Hofe an. Am' nämlichen Tage wurde er zum Requetenmeister, Handlungsvorstande,und Aufseher über die königliche Bibliothek ernannt.

Als er auf dem Wege nach der Hauptstadt war, erwachten inihm schöne Träume. Sein altes Rom kannte er auswendig, das neueRom Leo's X., das in Ermangelung der Götter von Michel Angclo,Raphael, Bembo und Sannazar bewohnt war, kannte er aus denErzählungen der Reisenden. Man hatte ihm gesagt, der Mediceerhabe ein herrliches Gebäude, oder vielmehr einen Palast errichtenlassen, um in demselben das Collegium der jungen Griechen unterzu-bringen; und er sprach zu sich: Wenn ich den König sehe, werde ichzu ihm sagen: Sir, durch das Studium der alten Sprachen werdenwir die Wissenschaften wieder in's Leben rufen; bauet ein Collegium,wie Leo X. eines erbaut hat und Hieronmnus Busleiken, ein schlichterDomherr in Löwen. In demselben soll man die hebräische, griechischeund lateinische Sprache lehren. Wenn es erbaut ist, berufet Erasmus,

1) ^tticorum lacunckisin ackseyu»vit.

2) ötulls illi nequsm coens, nullum prsmlium, nulla ststio sut smbu-I»tio »ine colloquiis et ckisputstionibus littersrüs j>erscts est, ut qui-cunczuv menssm ejus frepuentsrent . . . ckoctissimi et ctilizentissimipkilosoptii, scliolsm sre^uentare srbitrsrentur. ket. Osl. oral. kuneo.

3) Osillsrck, Hist, cke krsneois I.. t. 7. p. 150.