Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
35
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sie nicht in Aufregung versetzen konnte. Er predigte rem jungen Volkevie Verachtung der Beicht, die Nutzlosigkeit der guten Werke, die Ge-fahr der Wallfahrten. Die Mönche, die Klöster und die katholischenPriester waren der Gegenstand seines Spottes. Er declamirtegegen den Luxus der Bischöfe, gegen die Reichthümer der Kirchen,und gegen die Unwissenheit des Priesterstandes. Er Predigte gegen denPrunk der Nachfolger Leo's X., gegen die Ablaß-Missbräuche, gegen dieGülten, welche der französische Hof dem Papstthume leistete. Er kün-dete eine Lehre an, welche die Welt ändern, diemenschliche Gesellschaftsittlicher machen, den Aberglauben vertilgen und das Licht der Auf-klärungen leuchten lassen würde. Er wies auf einen neuen Stern hin,welcher in Wittenberg aufgegangen war und nun über dem HorizonteFrankreichs glänzen sollte. Man hörte ihn an, und seine Erfolgewaren grösser, als er gehofft hatte. Er schrieb:Ich war ganz erstaunt,dass sich alle diejenigen, welche ein Verlangen nach der neuen Lehretrugen, ehe ein Jahr vorüber war, um mich reihten, um von mir zulernen, obwohl ich erst selbst angefangen hatte. Was mich betrifft,bin ich ein wenig wild und blöde, ich habe immer die Ruhe undMüsse geliebt, ich wollte einen Ort und Mittel suchen, um mich vomVolke zurückzuziehen; aber es ging alles so sehr gegen meine Absicht,dass vielmehr alle Orte, in die ich mich zurückzog, wie öffentlicheSchulen wurden. Kurz, während ich immer in der Einsamkeit lebenund ungekannt bleiben wollte, hat mich Gott so sehr herumgeführt unddurch verschiedene Wechselfälle gezogen, daß er mich nie irgendwo ruhenließ, mich sogar gegen meine Natur an's Licht zog, und mich in'sSpiel hineinschob, wie man gewöhnlich sagt." -*)

In Paris hatte Calvin einen Kaufmann Namens Etienne de laForge, einen eifrigen Lutheraner kennen lernen, dessen Laden amAbende den Neformirten zum Sammelplatz diente, und wo Calvin ge-wöhnlich predigte. Seine Reden, die immer voll Ungestüm gegen dieKatholiken waren, beschränkten sich immer auf das nämliche Thema:Wenn Gott mit uns ist, wer wird dann gegen uns sein L Luther sagte:Wenn unser Werk von Menschen kommt, wird es untergehen; wennes aus Gott ist, wird es nicht vergehen können. Es ist derselbe

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2)Das Andenken des seligen Etienne de la Forge sollte unter den Gläubigen

gesegnet sein, wie das eines heiligen Märtyrers Jes» Christi." Outro Io«libertius. Lll. 4. ...i . ,