gegen den sächsischen Mönch schrieb, die einen großen Erfolg hatte.Beza hat uns diese Umstände ausgezeichnet. h)
Damals war die Gottcsgelehrsamkeit die Königin der Welt! Siebatte sich in alle möglichen Gewänder gehüllt, um Aufsehen zu ma-chen: in den rothen Rock res Cardinals, in das Mäntelchen desBischofes, in den Talar des Priesters, in die Kutte des Mönchs, inden Hermelin des Rathsherrn, in ras viereckige Hütchen res Doctors,in ras Panzerhemb res Kriegers, und sogar in den Weiberrock. Mar-garetha, die Schwester Franz 1., machte in ihrem Palaste Putzarbeiten,Gedichte, Dogmen und schlüpfrige Novellen.
Wenn sie ihre Gesänge vollenret hatte, las sie der Herzogin r'Etam-pes die ehebrecherischen, blutschänderischen Buhlschaften einiger PariserBürger, orer einer Nonne rer Provinz vor; oder ihr Nathgeber Wil-helm Roussel mußte eine Satyre anbörcn, welche sie gegen die Sorbonnegeschrieben hatte, die es wagte, den „Spiegel der sündigen Seele" zuverwerfen, zum großen Aerger ihrer Mädchen und Kammerfrauen.Beza nennt sie eine „höchst verständige Prinzessin, die für die da-malige Zeit von Gott berufen war, um nach ihren Kräften die grau-samen Anschläge zu vereiteln, welche rer Kanzler Duprat, unv An-kere, rie den König leiteten, gegen diejenigen machte, welche Ketzer ge.nannt wurden." Ter Kanzler Duprat war ein unbcugbarcr Be-amter, mit durchdringendem Scharfblicke, unr einem vortrefflichen Ver-staute; aber er hatte rennoch große Mühe, rie Plane vcr beircnFrauen, der Königin von Navarra unr der Herzogin d'Etampcs zuentrecken, welche den König Franz I. zum Abfälle bewegen wollten,weil „die Strenge der Kirchengebote, unr insbesonrere rie Folter rerBeicht, ihr Gewissen beunruhige."
1) Luther Hütte gegen den Ablaß zu schreiben angefangcn im Jahre 1517; ersetztediesen Streit weiter fort in der Abhandlung: „Von der babylonischen Gefan-genschaft." Diese vcranlaßte die Sorbonne, Luther im Jahre 1521 als einenKetzer zu verdammen, unr endlich in der Schrift „Anti-Luther" gegen ihn ans,zutreten, deren Verfasser Jose Cütcwc war, ein Schüler Jakobs Le Kcbre,der aber nicht die Meinung seines Lcbrers Ibeiitc. Ilo/.o, llCt. oool. i. I., >>. 5.
2) Margaretha schrieb zu verschiedenen Zeiten: l. XuuvoIIos «Io In Uoiuo «Io
Xnrnrro; 2. I.os mnrgiioilios (Io In sslnrgiioriio «Io« sirincossos, nroogiinlro mvxtoro5 «», oomöilios >>>ouso5, ot tlouv tnroos; 3. I.o lriomscho«Io I'ngnonn; 4. 1>08 ol>nn 80 ii« 8 >>iril»oI> 08 ; 5, 1,o. miroir «Io I nmo ;>ooI>o-roxko. Anfangs hatte sic als Devise eine Ringelblume gewählt mit dem Motto :„Run inl'oriorn 8oe»l»«;" sväter eine Lilie mit einer Perle und dem Motto:..sslirnixliiin irnlurno os>»5."
I) kiö/o, IliK. oocl., t. I. 5.
4) „Und sie sowohl als die Maitreffe des Königs, die Herzogin von Etampes,führten den König fast bis zum evangelischen Glauben." Das Leben Calvin'«,,von Paul Henrv. Hamburg, 1835. 1. I. p. 18.
3) chlorimoucl cko lluomvncl, Ijv. VIII, ck. Hl., p-347.